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Von – 1. Februar 2000

Den Menschen Heimat geben

„Wir können nur dann Menschen begeistern, wenn wir das tun, was uns auch selbst Freude macht und Kraft gibt“, sagt Thomas Volz, seit fünf Jahren Pfarrer der evangelischen Segensgemeinde in Alt-Griesheim. Als er 1995 die Gemeinde im Süden Frankfurts gegenüber der Eisenbahnersiedlung in der Nähe der S-Bahn-Gleise übernahm, hatte sie bereits einiges durchgemacht. „Beide Pfarrstellen waren unbesetzt und die Gemeindearbeit lag darnieder“, erzählt Pfarrer Volz, der seit kurzem wieder eine Kollegin, Pfarrerin Kerstin Söderblom, an seiner Seite hat.

Dass die Zahl der Mitglieder seit den 70er Jahren um zwei Drittel auf 3000 geschrumpft ist und die Kirchenjugendbewegung der 70er und 80er praktisch keinen Nachwuchs mehr hat, schwächte den Mut und das Selbstbewusstsein der Griesheimer Christen zusätzlich. Dieses wieder aufzubauen und ein möglichst „lückenloses“ Angebot für die Gemeindemitglieder und Stadtteilbewohner zu schaffen, ist das Ziel des 39 Jahre alten Pfarrers. Den Menschen im Stadtteil eine Heimat zu geben, ihnen einen Grund zu bieten in Griesheim zu bleiben – das hat sich Pfarrer Volz vorgenommen. Denn: „Wer es sich leisten kann und Kinder hat, zieht meist weg, in den Speckgürtel Frankfurts“, sagt er. Deshalb sei es wichtig, nah bei den Menschen zu sein und sie „von unten aufbauend“ in die Gemeinde einzubinden.

Die Jüngsten der Gemeinde liegen Pfarrer Volz dabei am meisten am Herzen. Musik und die Arbeit mit Kindern hat er darum auch zu einem Schwerpunkt der Segensgemeinde gemacht. Selbst Vater einer fünfjährigen Tochter probiert er dabei auch gern Neues aus. Seine Vision sind Kirchenkonzerte und Orgelmusik für Kinder. „Kinder sind für klassische Musik durchaus aufgeschlossen, es darf nur nicht langweilig werden“, sagt der gebürtige Frankfurter. Die ambitionierte Organistin der Gemeinde Maria Bandur hofft außerdem, noch mehr namhafte Künstler für Konzerte auf der historischen Sauerorgel zu gewinnen und damit das kulturelle Leben des Stadtteils zu bereichern.

Das „Steckenpferd“ des Gitarre spielenden Pfarrers ist der monatliche Gottesdienst für Kinder und Erwachsene. „Die Kinder sitzen ganz vorne und machen zusammen mit dem jüngst gegründeten Jugend-Gospel-Chor Musik oder führen ein kleines Stück auf“, begeistert sich Volz. Mit Kindern religiöse Themen zu erarbeiten hat er in seiner Zeit als Referendar in der Schule gelernt und es begeistert ihn immer wieder.

Neben Angeboten für die meist ältere Kerngemeinde soll demnächst alle zwei Monate das „Café LebensArt“ für neuen Schwung bei den Erwachsenen im mittleren Alter sorgen. Auftakt wird am 10. Februar das Thema „Martin Luther King – Ein Leben für die Freiheit“ mit dem Jugend- und Gospelchor der Gemeinde sein.

Auch für ihr Äußeres hat die Gemeinde etwas getan: Als im vergangenen Sommer die Graffiti-Schmiererei an der Hauswand des Gemeindehauses am Weingarten im wahrsten Sinne des Wortes zu bunt wurde, entschied sich die Gemeinde für eine überraschende Lösung. Katrin Görler, Mitglid im örtlichen CVJM, verpasste der Fassade einen eigenen Graffiti-Anstrich. Seitdem ist das Gemeindehaus ein Blickfang mit seinem wunderbar farbenfrohen Lebensbaum samt Schriftzug „Segensgemeinde“.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Februar 2000 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Sandra Hoffmann ist Journalistin in der Evangelischen Öffentlichkeitsarbeit Frankfurt.

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