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Von – 1. April 2000

Lebensfreude und Gemeinschaftssinn

Feste feiern sie gern in der evangelischen Friedensgemeinde im Gallus: Ein Faschingsfest, das seinesgleichen sucht, das Sommerfest, wo ein Stück der Frankenallee kurzerhand abgesperrt wird, ein jährliches Fest für ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden- jede Gelegenheit zum Feiern wird genutzt.

Vielleicht braucht man das in einem Viertel, das von Armut, Arbeitslosigkeit und hartem Leben geprägt ist, wo das Leben vielen Menschen, vor allem Kindern und Jugendlichen, wenig Perspektiven bietet. Die Friedensgemeinde mit ihren rund 2.800 Mitgliedern beeindruckt durch Lebensfreude und Gemeinschaftssinn, in einem Viertel, das zur Hälfte von Menschen ohne deutschen Pass bewohnt wird und wo das Christentum längst zur Minderheitenreligion geworden ist.

„Die Menschen hier sind so toll. So eine Gemeinde habe ich mir immer erhofft,“ sagt Pfarrer Nulf Schade voller Überschwang und schwärmt vom Miteinander der Generationen, von den tollen Jugendlichen, von der Frauenhilfe, vom Kindergarten oder dem legendären Männerballett, das Preise einheimst und Aushängeschild des Fastnachtstreibens in der Gemeinde ist.

Es sind diese Gegensätze, die in der Friedensgemeinde zum Miteinander werden und sie damit so liebenswert machen. Alt und Jung, evangelisch und katholisch, der anstehende Zusammenschluss mit der benachbarten Versöhnungsgemeinde – hier finden Welten zueinander. Die Menschen sehen das als Chance, betont die stellvertretende Vorsitzende im Kirchenvorstand, Inge Lang.. Wie eine Familie sei die Gemeinde, hier fühle man sich heimelig und geborgen. Der Kontakt der Menschen untereinander ist eng, wo Not herrscht, versucht man zu helfen, die Gemeinderäume stehen den Menschen im Viertel offen.

Schon im gut besuchten Kindergottesdienstvon Pfarrer Peter Koblischke, später dann im Konfirmationsunterricht, in den Jugendgruppen, in der Arbeit des Gemeindepädagogen zeigt sich der Schwerpunkt der Friedensgemeinde: den Kindern und Jugendlichen eine Zukunft geben. Auch Sozialarbeit ist ein wichtiges Feld in einer Gemeinde, in der es immer ums Überleben geht, wo es keine Oberschicht und kaum Bildungsbürgertum gibt, wo der „Geruch der Armut“ spürbar ist, wo Vater und Mutter beide arbeiten gehen müssen oder Arbeitslosigkeit das Leben beherrscht.

„So ein Leben kostet viel Kraft“, weiß Pfarrer Schade, und deshalb bemühe er sich „den Gallusleuten ein Gallusmensch“ zu sein. Die Friedensgemeinde passe perfekt hier ins Viertel, die Gemeinde sei ein Glücksfall für ihn, sagt er. Und man könnte ergänzen: Pfarrer wie Nulf Schade mit seiner großer Begeisterungsfähigkeit und mitreißender Freude sind wohl auch ein Glücksfall für die Gemeinde.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. April 2000 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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