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Von – 1. April 2001

Fest im Stadtteil verwurzelt

Von der Fläche her ist sie eine der kleinsten evangelischen Kirchengemeinden Frankfurts: die Andreasgemeinde in Eschersheim. Zwischen Hügelstraße und Lindenbaum entlang der Eschersheimer Landstraße erstreckt sich das Gemeindegebiet der 1953 gegründeten Gemeinde, die heute knapp 3000 Mitglieder hat. Die Bebauung ist gemischt, vom Siedlungsbau der fünfziger Jahre über Einfamilien-Reihenhäuser bis hin zu großzügigen Stadthäusern ist hier alles zu finden. „Das verleiht dem Stadtteil fast einen dörflichen Charakter“, betont Günter Reuter, Vorsitzender des Kirchenvorstands, um daran anknüpfend das Konzept der Gemeindearbeit zu erläutern: „Mit unseren vielfältigen Angeboten wollen wir eine einladende Kirche sein, die als Gemeinde vor Ort ganz nahe bei den Menschen ist.“

Die Andreaskirche in Eschersheim: Gemeinde in einem ruhigen Wohngebiet mit fast noch "dörflichem Charakter". Foto: Maranhão

Dabei ist es der Andreasgemeinde mit ihren Aktivitäten gelungen, auch die mittlere Generation anzusprechen. Immerhin sind 45 Prozent der Gemeindemitglieder unter fünfzig Jahre alt, ein Trend, der sich durch den Generationenwechsel im Stadtteil in den vergangenen Jahren noch verstärkt hat. Die Kirchenkneipe „Andreas-Stübbche“, zu der wöchentlich rund vierzig bis fünfzig Menschen aus allen Altersgruppen kommen, ein Kreis für Familien mit Kindern, ein Singlekreis und das „Kirchendinner für Neuzugezogene“ sind beispielhaft für diesen Teil der Gemeindearbeit. Bei allen Veranstaltungen ist Kommunikation und das Erleben von Gemeinschaft ein wichtiges Element. Besonders stolz ist man in der Andreasgemeinde darauf, dass die Arbeit nicht nur von den hauptamtlichen Mitarbeitern, sondern auch von über 120 ehrenamtlich Tätigen getragen wird.

Wie stark die Andreasgemeinde im Stadtteil verwurzelt ist, zeigen zwei Projekte der vergangenen Jahre, für die die Gemeinde zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung erhalten hat: 1997 konnte die Sanierung des Kirchturms abgeschlossen werden, dafür wurden über 130.000 Mark gespendet. „Zwei Spenden in Höhe von 20.000 und 30.000 Mark haben wir dabei anonym in Briefumschlägen erhalten,“ erzählt Pfarrer Peter Keller. Für eine neue Orgel konnten zudem 300.000 Mark an Spenden gesammelt werden.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen nach dem Selbstverständnis der Andreasgemeinde die Gottesdienste, die mit durchschnittlich knapp hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern recht gut besucht sind. Auch neue Gottesdienstformen – zum Beispiel mit moderner Musik oder Gospels – kommen dabei nicht zu kurz und erfreuen sich großer Beliebtheit: Sie werden unter dem Titel „Andreas Alternativ – Gottesdienst anders“ angeboten. Eine vielfältige kirchenmusikalische Arbeit und zahlreiche Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, darunter ein offener Kinder- und Jugendtreff, der von der Stadt Frankfurt finanziert wird, runden die Aktivitäten der Andreasgemeinde ab. Über die Grenzen des Stadtteils hinaus weist die Partnerschaft mit einer Gemeinde in Beit Jala in Palästina, die von einem im vergangenen Jahr gegründeten Förderverein finanziell unterstützt wird. Trotz anstehender Veränderungen – im Sommer wird Pfarrer Georg Köhler nach 26 Jahren in den Ruhestand gehen und seine Pfarrstelle zukünftig nur noch als halbe Stelle zu besetzen sein – soll das Profil der Andreasgemeinde weiterentwickelt werden, wie Günter Reuter hervorhebt: „Auch wenn wir in Zukunft mit Einschränkungen leben müssen, wollen wir den eigenständigen Charakter unserer Gemeinde erhalten.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. April 2001 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Pfarrer Björn Uwe Rahlwes war lange Zeit Mitglied der Redaktion von „Evangelisches Frankfurt“. Danach wurde er Dozent am Religionspädagogischen Studienzentrum in Kronberg.

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