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Von – 1. Mai 2001

Reformation und Eigennutz

Aus Luthers Tischreden ist die folgende Episode überliefert: Einer seiner Gäste fragt den Reformator, wie es denn in all den – von Luther ja letztlich entfachten – Wirren der Reformation um die Zukunft der christlichen Kirche stehe. Luther antwortete: “Um die christliche Kirche wird es stehen nicht anders wie um ein Schäflein, das der Wolf jetzt bei der Wolle erwischt hat und fressen will. Unser Adel, Bürger und Bauern hören auch nicht richtig zu, meinen nichts anderes zu verstehen, wenn wir das Evangelium predigen und die Mönche mit ihren Werken schelten, als dass wir gute Tage predigen und erlauben ihnen zu tun, was sie wollen. Ach weh! Es wird mit ihnen übel zugehen, sie versündigen sich zu hoch und hören nicht, was wir sagen; wenn wir einen Teufel austreiben, so kommen an seiner Statt sieben Neue! Wenn wir die Mönche alle vertrieben, so würden wir siebenmal ärgere kriegen, denn die Jetzigen sind! Ich dachte aber, es sollte einem Land zuträglicher sein, dass man das Verjagen und Zerstören nachließe und würde jedermann erlauben, auszuziehen und zu bleiben nach seinem Willen. Aber die Herren und der Adel suchen das Ihre, darin wird’s ihnen bekommen, wie dem Hunde das Gras! Jedermann will reich an den Bettelstücken der Klöster werden, sie sehen sich aber vor, dass nicht ihr Reichtum zu Bettelstücken werde!”

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Mai 2001 in der Rubrik Gott & Glauben, erschienen in der Ausgabe .

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Pfarrer Björn Uwe Rahlwes war lange Zeit Mitglied der Redaktion von „Evangelisches Frankfurt“. Danach wurde er Dozent am Religionspädagogischen Studienzentrum in Kronberg.

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