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Von – 1. Mai 2001

Zeilsheim: der Spagat ist geglückt

Gewiss, Zeilsheim gehört nicht gerade zu den schönsten Stadtteilen Frankfurts – umzingelt von Autobahnen, mit freiem Blick auf die Industrieanlagen von Höchst, „aber ich lebe gern hier, die Menschen sind so nett“, sagt Barbara Themel. Seit 1996 ist sie Pfarrerin in Zeilsheim. Begonnen hat sie ihren Dienst damals in der Gemeinde Friedenau, doch schon bald zeichnete sich ab, dass ein Zusammenschluss mit der benachbarten Gemeinde Taunusblick spätestens mit der Pensionierung des dortigen Pfarrers unumgänglich wurde.

Aus zwei mach eins - in Zeilsheim ist der Zusammenschluss der Gemeinden Friedenau und Taunusblick geglückt. Noch mehr Angebote verspricht Pfarrerin Barbara Themel (rechts) in Zukunft für die Jugendlichen. Foto: Oeser

Seit zwei Jahren nun sind die Gemeinden eins, wenn auch noch mit zwei Kirchen und zwei Kindergärten und zwei Gemeindebüros. Doch die Pfarrerin lebt den Spagat beispielhaft vor: Geheiratet hat sie in der Kirche von Taunusblick, gefeiert wurde die Hochzeit im Gemeindehaus von Friedenau. Die Gottesdienste werden im regelmäßigen Wechsel hier wie dort gefeiert, die Konfirmandengruppen übernachten bei den beliebten Freizeiten in Friedenau, den schöneren Gottesdienstraum hat der Gemeindebezirk Taunusblick.

Es geht harmonisch zu im neuen Gebilde „Friedenau-Taunusblick“. Viel guten Willen hat die Pfarrerin dabei in beiden Siedlungen ausgemacht, vielleicht auch weil beide aus ähnlichen Wurzeln stammen, gegründet in den fünfziger Jahren von Heimatvertriebenen. Heute ist allerdings die Siedlung Taunusblick das schwierigere Lager, ein sozialer Brennpunkt mit mancherlei Ärger und Problemen. Die Kirche dort etwa muss fest verrammelt sein, mit hohen Zäunen, Gittern vor den Fenstern und doppelten Schlössern.

Hier sind es hauptsächlich die älteren Menschen, die die Gemeinde mittragen und mit einer sehr enagierten Altenarbeit belohnt werden. In Friedenau mit den kleinen Einfamilien- und Siedlungshäuschen leben mehr junge Familien, denen die Pfarrerin gemeinsam mit dem Gemeindepädagogen Michael Speh so manches interessante Angebot macht. Auch viele Jugendliche bleiben hier nach der Konfirmation aktiv.

Dabei ist das Verhältnis zwischen den Generationen in Zeilsheim nicht unproblematisch. Viele Jugendliche hängen herum und wissen mit ihrer Zeit nichts Gutes anzufangen, wohl auch, weil ihnen vor Ort bislang ein ansprechender Treffpunkt fehlt. Ihnen will die Gemeinde zusammen mit dem Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit demnächst eine Anlaufstelle bieten. Auf einem brachliegenden Grundstück neben dem Pfarrhaus soll ein Jugendzentrum entstehen, wo eine gute Betreuung und klare Strukturen gewährleistet sind. Noch ist die Planung in einem frühen Stadium, doch Pfarrerin Themel hofft, mit einer ähnlich frühzeitigen und offenen Informationspolitik Bedenken ebenso erfolgreich aus dem Weg räumen zu können wie bei der Gemeindefusion vor zwei Jahren.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Mai 2001 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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