Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke

E-Mail

E-Mail

Über jeden neuen Beitrag informieren wir Sie mit einer Nachricht per Mail.

Aktuell

Von – 1. August 2001

Immer noch ein Modell kirchlicher Arbeit

Eine Herausforderung war es 1979, die Gemeindearbeit in dem aus dem Boden gestampften neuen Stadtteil mit 6000 Einwohnern zwischen Bonames und Nieder-Eschbach aufzunehmen. Die Gemeinde Am Bügel wurde damals als Modellfall kirchlicher Arbeit in einem Neubaugebiet gegründet. Am Ben-Gurion-Ring 41 liegt das dreiflügelige Gemeindezentrum mit Kirchenraum und einem pyramidenförmigen Mittelpunkt, offen zur Siedlung hin, die sich hoch auftürmt mit achtstöckigen Wohnblocks, so wie sich auch zu Anfang die Probleme in einem Stadtteil des sozialen Wohnungsbaus auftürmten.

Das idyllische Gemeindezentrum Am Bügel bildet einen Gegenpol zu den Problemen des Stadtteils. Foto: Oeser

Mit einem Konzept der „Offenen Gemeinde“ begann Pfarrer Siegfried Wolter zusammen mit einem Kollegen und einer Gemeindepädagogin die schwierige Arbeit. „Ich hatte mir damals geschworen, wenn ich dahin gehe, bleibe ich eine längere Zeit“, sagt er lächelnd. 23 Jahre sind mittlerweile daraus geworden, in fünf Jahren wird er in den Ruhestand gehen. Die Siedlung ist älter geworden, scheinbar ruhiger auch, gut ausgestattet inzwischen mit einem Kinderhaus und einem Jugendhaus in kirchlicher Trägerschaft, Kindergärten, Ladenzeile mit Markt und einem Bürgerzentrum. Grünzonen mit vielen Spielplätzen und einem idyllischen Teich verleihen der Hochhaussiedlung freundliche Züge, aber das Bild trügt. Die Probleme nehmen derzeit wieder zu, denn die soziale Zusammensetzung des Stadtteils ändert sich durch eine Umzugswelle, gewachsene Nachbarschaften lösen sich auf. „Die Fluktuation ist unser Hauptproblem“, sagt Pfarrer Wolter, viele aktive Gemeindemitglieder zögen jetzt weg und die Nachkommenden seien vor allem Familien verschiedenster Herkunft und anderer Religionszugehörigkeit.

Das Konzept der „Offenen Gemeinde“ ist für Pfarrer Wolter nach wie vor die Grundlage, um in einem Stadtteil, in dem Familien aus 40 Nationen zusammengedrängt leben, die Menschen zu erreichen. In enger Zusammenarbeit mit dem „Regenbogen“, der Internationalen Gemeindearbeit, werden im Gemeindezentrum Deutschkurse und ein Computerkurs angeboten, man trifft sich zum Kochen, beim Internationalen Miniclub, beim Frauentreff und kann zu Freizeiten mitfahren. Ein offenes Angebot ist das Café 39 und auch die gut ausgestattete Gemeindebücherei ist ein Anziehungspunkt. Die Gemeindepädagogin Elfriede Stossberg setzt Schwerpunkte mit ihrer Kreativwerkstatt, Entspannung für Frauen als „Balsam für Leib und Seele“, bietet Beratung an und trifft auf eine starke Resonanz vor allem bei den vielen jungen Müttern. Einen „unheimlichen Zuwendungsbedarf“ konstatiert auch Pfarrer Wolter bei seinen Gemeindemitgliedern, Seelsorge ist denn auch seine Hauptaufgabe. Regelmäßig gibt es Familiengottesdienste, ein Versuch mit einem Meditationsgottesdienst hat ihn bestärkt, auch diesen Weg weiterzugehen.

Eine Predigtreihe über das Matthäusevangelium setzte einen theologischen Schwerpunkt. Etwas Wehmut kann Pfarrer Wolter nicht verhehlen, wenn er über die Zukunft der Gemeinde spricht. Aber die Gemeindegröße ist stark gesunken, eine Pfarrerstelle ist schon weggefallen und jetzt müssen neue Wege in Kooperation mit der Nachbargemeinde Bonames gegangen und langjährige Vorurteile abgebaut werden. Gottesdienste werden im Wechsel gehalten, einen gemeinsamen Gemeindebrief gibt es schon und Jugendliche aus Bonames und dem Bügel werden im nächsten Jahr zusammen zur Konfirmation gehen.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. August 2001 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

Artikel teilen: E-Mail Facebook Twitter Google+

Meistgelesene Artikel

Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, Kommentare werden vor der Veröffentlichung freigeschaltet.