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Von – 1. November 2001

Lebendige Kinder-, Jugend- und Altenarbeit

Links und rechts der Mainzer Landstraße zwischen Schrebergärten und Bahngleisen im Frankfurter Gallusviertel erstreckt sich das Gemeindegebiet der Versöhnungsgemeinde. Eng angebunden an die Innenstadt und doch ein bisschen am Rand gelegen mit dörflichen Strukturen, findet Christine Lohrum, seit zwei Jahren Pfarrerin der Gemeinde. Manche Familien leben seit mehreren Generationen hier. Doch die Gemeinde hat sich seit 1952, als sie aus der Friedensgemeinde heraus entstand, stark verändert.

Ein Kinder- und Jugendzentrum oder ein Café – das fände Anklang in den großzügigen Räumen der Versöhnungsgemeinde. Foto: Oeser

Damals begann man mit 6.000 Gemeindemitgliedern. Heute sind es gerade noch 1.300. Dabei sind hier keineswegs mehr Austritte als anderswo zu verzeichnen. Die veränderte Bevölkerungs- und Altersstruktur ließen die Gemeinde schrumpfen. 500 Gemeindemitglieder sind älter als 60 Jahre. In den vergangenen Jahrzehnten ließen sich immer mehr ausländische Arbeitnehmer im Stadtteil nieder – und die sind je nach Herkunft in den meisten Fällen katholisch oder Muslime. Im Kin der garten der Gemeinde mit seinen 63 Plätzen arbeitet daher auch eine Muslima als Erzieherin.

Ursprünglich pietistisch geprägt, hat sich die Gemeinde ausgesprochen liberal entwickelt. So wurden in der Gemeinde bereits zwei homosexuelle Paare gesegnet – mit ausdrücklicher Billigung des Kirchenvorstandes.

Trotz der vergleichsweise hohen Zahl älterer Menschen gibt es eine lebendige Kinder- und Jugendarbeit mit Miniclub, Kindergottesdienst, monatlicher Kinderkirche im Kindergarten und Jugendgruppe. Besonders stolz ist Christine Lohrum auf das Kinderbibeltheater, das über das weihnachtliche Krippenspiel hinaus auch das Jahr über Stücke erarbeitet und aufführt. Das große Außengelände, „das größte Pfund, das wir zum Wuchern haben“, wird ebenfalls für die Jugendarbeit genutzt, aber auch für Gemeindefeste.

Eher ein Problem stellen dagegen die seinerzeit sehr großzügig gebauten Räumlichkeiten dar. Das Gemeindehaus mit seinem großen Saal ist daher schon seit Jahren an eine baptistische Gemeinde von Aussiedlern aus Russland vermietet. Doch das Zusammenleben mit den eher fundamentalistisch orientierten Gästen, die zum Leidwesen von Pfarrerin und Eltern bisweilen sogar unter den Kindern missionieren, ist nicht einfach. Daher diskutierte der Kirchenvorstand auf einer Klausurtagung, ob und wie man die Gebäude anderweitig nutzen könnte.

Ausgehend von einer gewünschten Öffnung in den Stadtteil hinein reichen die Träume und Visionen von einem Kinder- und Jugendzentrum über eine Kirchenkneipe bis zum Internetcafé. Um keine Antworten auf ungestellte Fragen zu geben, sollen nun erst einmal Informationen gesammelt werden, was überhaupt im Stadtteil gewünscht wird. Dann wird sich zeigen, welcher Traum verwirklicht werden kann.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. November 2001 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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