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Von – 1. April 2002

„Zusammenprall der Kulturen verhindern“

„Wir arbeiten gemeinwesenorientiert“ – so beschreibt Pfarrer Matthias Weber die Arbeit in der Melanchthongemeinde in Fechenheim. Der Stadtteil hat zwar das zweithöchste Gewerbesteueraufkommen in Frankfurt, weist aber gleichzeitig die zweitschlechtesten Sozialwerte (Arbeitslosigkeit, Sozialhilfeempfänger) auf. Gut ein Drittel der Bevölkerung ist ausländischer Herkunft, davon wiederum ein Drittel Muslime.

Pfarrer Matthias Weber. Foto: Wendl

Mit der Trägerschaft für gleich zwei Kindergärten will die Gemeinde die Situation von Kindern und Familien im Stadtteil verbessern. In den Kindergärten reicht der Anteil der Kinder aus Migrantenfamilien bis zu 66 Prozent. Da stellt sich schon einmal die Frage, was das für das evangelische Profil heißt: „Wir wollen die christlichen Feste feiern, aber ohne muslimische Kinder zu vereinnahmen“, sagt Pfarrer Weber.

In die gemeinwesenorientierte Arbeit des Pfarrers gehört auch sein Engagement als stellvertretender Vorsitzender im Präventionsrat der Aktion „Gewalt sehen helfen“ für Fechenheim. Nach den Terroranschlägen in New York wurde es noch einmal besonders wichtig, Menschen ausländischer Herkunft stärker einzubinden. „Wir sind zunächst noch dabei, Fragen zu stellen und uns zu informieren“, sagt Weber. So nahm sich der Kirchenvorstand der Melanchthongemeinde einen ganzen Tag Zeit, sich über den Islam kundig zu machen.

Die Melanchthongemeinde in Fechenheim sucht den Dialog mit Muslimen im Stadtteil. Foto: Surrey

Um auch in einem größeren Kreis christliche und muslimische Fechenheimer einander näher zu bringen, veranstaltete der Präventionsrat eine Podiumsdiskussion – und fast 120 Menschen kamen in die neue Moschee des Türkischen Kultur-Vereins, um Fragen zu stellen und einen Blick in den reich verzierten Gebetsraum zu werfen. „Wir stehen mit dem Dialog noch am Anfang“, so Pfarrer Weber, „aber immerhin: es gibt ein klares Interesse aneinander, von beiden Seiten.“ Vor allem die muslimischen Frauen hätten den starken Wunsch nach weiterem Austausch.

Zuerst Gemeinsamkeiten wahrnehmen, dann auch die Differenzen betrachten – dies hält Matthias Weber für den richtigen Weg. Denn das Potenzial für den viel beschworenen Zusammenprall der Kulturen sei da, aber „wir müssen daran arbeiten, ihn zu verhindern“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. April 2002 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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