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Von – 1. Februar 2003

Ein neues Zuhause am Kirchplatz

“Zwischen den Türmen“ heißt die Zeitung der evangelischen Gemeinde Bockenheim und verweist damit auf die beiden Kirchen in dem quirligen Stadtteil: die Jakobskirche am Kirchplatz und die Markuskirche in der Markgrafenstraße. Einst waren es zwei eigenständige Gemeinden mit diesen beiden Kirchen als jeweilige Mittelpunkte. Vor sechs Jahren ist daraus die Gemeinde Bockenheim entstanden und musste eine neue Identität finden. Mittlerweile ist der schwierige Umstrukturierungsprozess fast abgeschlossen, und auch die Frage, welche Kirche abgegeben wird, ist entschieden.

Pfarrerin Ulrike Trautwein auf der Baustelle des neuen Gemeindehauses. Foto: Dostalek

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau wird die Markuskirche übernehmen und zu einem Zentrum für Verkündigung umbauen. Als Glücksfall bezeichnet es der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Rainer Muhs, dass im Gegenzug dafür, dass die Gemeinde sich von der Markuskirche und anderen Immobilien trennt, nun ein neues Gemeindehaus unmittelbar an der Jakobskirche gebaut wird. Auch für die Pfarrerin und ihre zwei Kollegen ist damit die Hoffnung verknüpft, dass so ein neues, bleibendes „Zuhause“ für alle Gemeindemitglieder entsteht. Der Neubau ist durch einen schlanken Glaskörper mit dem wuchtigen Turm der Jakobskirche verbunden und soll noch in diesem Frühjahr eingeweiht werden. „Kirche und Gemeindehaus stehen in enger Verbundenheit da und durchdringen sich gegenseitig“, sagt Pfarrerin Ulrike Trautwein – und dies sei auch inhaltliches Konzept. „Faszinierend und von symbolhafter Kraft“ seien die neuen Ausblicke und Perspektiven, die man von dem Glasanbau auf Kirche und Stadtteil hat.

Neu ist vor allem der offene Zugang zum Bockenheimer Kirchplatz, wenn die trennenden Zäune erst einmal abgerissen sind. „Die Offenheit zum Stadtteil hat Tradition in der Bockenheimer Gemeinde”, sagt Rainer Muhs, „und wir haben uns im Kirchenvorstand mit der Frage auseinander gesetzt, was wir außer der seelsorglichen Betreuung im Stadtteil noch leisten wollen.” Schon seit drei Jahren gibt es zum Beispiel die Reihe „Markus … offen!“ die sich als Forum für Kultur, Politik, Religion in Bockenheim versteht. Aktuelle Fragen und neue Formen finden ihr Publikum, etwa wenn es bei einer Podiumsdiskussion um die Umbrüche im Stadtteil nach dem Wegzug der Universität geht. „Wir sind aber nicht nur dem Stadtteil Verantwortung schuldig”, sagt Ulrike Trautwein, „auch an Glaubensfragen spüren wir ein zunehmendes Interesse.“ Vor allem bei jungen Eltern. „Viel Basiswissen über grundlegende christliche Themen ist in vergangenen Jahren verloren gegangen”, hat auch Pfarrer Reinhold Truß-Trautwein beobachtet. Das Thema sei im Gottesdienstausschuss diskutiert worden und demnächst soll es mehr Veranstaltungen zu Glaubensfragen geben. Die Familienarbeit ist ohnehin ein Schwerpunkt der Bockenheimer Gemeinde. „Wir stemmen zwei Kindergärten”, sagt Pfarrer Joachim Dietermann, es gibt eine hauptamtliche Gemeindepädagogin und regelmäßig Familien-, Krabbel- und Kindergottesdienste. Gut angekommen ist auch die vor einigen Jahren eingeführte Tauferinnerungsfeier. Die Zuwendung zu den Familien trägt Früchte, auch für die gemeindliche Arbeit: Einige Eltern und insbesondere junge Mütter haben sich bereit erklärt, für die bevorstehenden Kirchenvorstandswahlen zu kandidieren.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Februar 2003 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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