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Von – 1. Februar 2003

Sorge um Deutschland und seine Obrigkeit

„Ich bitte Gott um ein gnädiges Stündlein, dass er mich von hinnen nehme und nicht den Jammer sehen lasse, der über Deutschland kommen muss.“ Mit zunehmendem Alter kamen bei Martin Luther Resignation und sogar Verbitterung auf, wenn er mit ansehen musste, wie die reformatorische Bewegung zum Spielball politischer Interessen wurde und einige der deutschen Fürsten und Landesherren versuchten, die Folgen des Bekenntnisstreits und der Kirchenspaltung zur Stärkung ihrer eigenen Position im Machtpoker zu nutzen.

Dabei war Luthers Stellung zur Obrigkeit durchaus von Widersprüchen gekennzeichnet. Auf der einen Seite sparte er nicht mit zum Teil heftiger Kritik an ihr, auf der anderen Seite mochte er nicht auf sie verzichten, da er sonst die weltliche Ordnung in Gefahr sah: „Die Welt kann nicht nach dem Evangelium regiert werden, denn das Wort ist zu gering geachtet und betrifft nur einen kleinen Kreis von Menschen (…); darum kann man kein äußerliches Regiment damit anrichten.“

Beide Seiten haben in Luthers Werken ihren Niederschlag gefunden, und so scheut sich der Reformator nicht, sowohl den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit einzufordern als auch derselben Obrigkeit die Grenzen ihres von Gott gegebenen Amtes aufzuzeigen. Doch in einem war sich Martin Luther sicher: „Wenn alle Welt rechte Christen, das heißt Rechtgläubige wären, so wäre kein Fürst, König, Herr, Schwert noch Recht nötig oder nütze.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Februar 2003 in der Rubrik Gott & Glauben, erschienen in der Ausgabe .

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Pfarrer Björn Uwe Rahlwes war lange Zeit Mitglied der Redaktion von „Evangelisches Frankfurt“. Danach wurde er Dozent am Religionspädagogischen Studienzentrum in Kronberg.

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