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Von – 1. März 2003

Unaufgeregt die Veränderungen angehen

Sie sind ein eingespieltes Team, Pfarrer und Pfarrerin, Sekretärin und Pädagogin, der Vorsitzende des Kirchenvorstands und sogar der Küster. „Wer hier weggeht, geht fast immer in den Ruhestand“, schmunzelt Pfarrer Joachim Grein, mit fast 30 Berufsjahren in der Dornbuschgemeinde einer der Dienstältesten. KV-Vorsitzender Klaus-Dieter Drescher ist ähnlich lange dabei, und auch die anderen „Hauptamtlichen“ können auf bald 20 Jahre zurückblicken. Selbst die Gemeindemitglieder sind eine stabile Größe: Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren.

Der Turm bleibt, sonst ist vieles im Umbruch in der Dornbuschgemeinde. Foto: Maranhão

Kontinuität ist denn auch ein Stichwort, das die Arbeit der Gemeinde im Frankfurter Norden gut beschreibt. Das Viertel, das sich jenseits des Alleenrings westlich und östlich der Eschersheimer Landstraße hinzieht, beherbergt etwa 3500 Protestanten, ältere Mittelschicht zumeist, gespeist aus den großen Wohnblocks für ehemalige Hoechst-Mitarbeiter, kleinen Reihenhaussiedlungen und den alten Villen des Dichterviertels. Wer hier wohnt, zieht selten weg, zu günstig liegt das Viertel, nah zur Innenstadt, aber schon im Grünen, ruhig, gut erreichbar und mit allen nötigen Einrichtungen für den Alltag versehe.

Bei so viel Kontinuität ist es wohl kein Wunder, dass sogar der große Umbruch, der der Dornbuschgemeinde in diesem Jahr bevorsteht, ganz unaufgeregt angegangen wird. Demnächst soll die Dornbuschkirche teilweise abgerissen werden, erhalten bleiben nur der Altarraum mit dem Buntglasfenster, einem strahlenden Christus-Motiv, und der markante Glockenturm, ein Wahrzeichen der Dornbusch-Siedlung. 1962 für damals 12000 Gemeindemitglieder erbaut, ist die Kirche längst zu groß geworden, der Beton marode, das Dach undicht. Zwar trennt man sich schweren Herzens, doch die Gemeinde schickt sich in das Unvermeidliche und versucht, das Beste daraus zu machen.

Erstmals in der Geschichte der Gemeinde werden Spenden nicht für andere gute Zwecke, sondern für die Lösung der eigenen Probleme gesammelt. Rund 280000 Euro muss die Gemeinde selbst zu den Baukosten und einer neuen Inneneinrichtung beisteuern. In einer ersten Spendenaktion kamen in diesem Winter bereits 41000 Euro zusammen. Nicht diese Freigiebigkeit freut die Seelsorger, auch die selbstverständliche Hilfe von allen Seiten tut gut. So habe die katholische St. Albert-Gemeinde die evangelischen Mitchristen „ganz herzlich willkommen geheißen“, freut sich Pfarrerin Doris Müller-Fisher. Große Gottesdienste können im Umbaujahr unter katholischem Dach stattfinden. Abstriche an der Arbeit wird es nicht geben.

„Hier wird immer gegessen“, meint die Pfarrerin schmunzelnd, ein positives Zeichen für die „Beziehungsarbeit“ in der Gemeinde: „Gastfreundschaft ist uns wichtig.“ Seit zwanzig Jahren gibt es vierzehntägig einen gut besuchten Café-Treff, ein Frauenfrühstück, eine Anlaufstelle für Alleinstehende „mit Essen“, Gemeindetage, Flohmärkte „mit Kaffee und Kuchen“, ein Oster-Brunch und, nicht zu vergessen, zwei Agape-Feiern im Jahr, wo sich die Gemeinde an Tischen in der Kirche versammelt. „Es ist eine engagierte Gemeinde, die das Leben hier mit­ gestaltet“, sagt Pfarrer Joachim Grein: Obwohl die Zahl der Mitarbeiter in den ver­ gangenen 15 Jahren um rund die Hälfte reduziert werden mussten, seien die Gemeindeaktivitäten deutlich gewachsen.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. März 2003 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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