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Von – 1. Juli 2003

Wechselhafte Geschichte in Sachsenhausen

Es ist ein bisschen kompliziert mit dem Gemeindejubiläum, das die Maria-Magdalena-Gemeinde in Sachsenhausen in diesem Sommer feiert. Da gibt es nicht nur eine Menge unterschiedlicher Daten, sondern auch verschiedene Gemeinden, die mal so und mal anders hießen: In ihrer Wandlungsfähigkeit sind sie, genau wie in ihrem Beharrungsvermögen, aber durchaus typisch für den Wandel, den die evangelische Kirche in Frankfurt im vergangenen Jahrhundert erlebt hat.

Die Osterkirche an der Mörfelder Landstraße mit ihrem Efeu-umrankten Turm ist eine von zwei Predigtstätten der Maria-Magdalena-Gemeinde, die jetzt ihr hundertjähriges Jubiläum feiert – damals wurde die Gemeinde im westlichen Sachsenhausen selbstständig. Foto: Oeser

Ein Teil der Geschichte beginnt tatsächlich vor hundert Jahren: Der 1. Juli 1903 ist die Geburtsstunde der Lukasgemeinde, deren knapp 16000 Mitglieder zuvor zur Dreikönigsgemeinde gehört hatten. Eine eigene Kirche allerdings fehlte damals. Die wurde erst ein Jahrzehnt später, 1913, eingeweiht. Äußerlich ist sie bis heute kaum verändert, doch im Inneren hatte 1944 der Bombenkrieg gewütet. Die heutige schlichtere Lukaskirche im ersten Stock über dem Gemeindesaal an der Gartenstraße gibt es seit fünfzig Jahren. Im selben Jahr teilte sich die Lukasgemeinde: Fünfzig Jahre Ostergemeinde wäre also auch ein Jubiläum wert, hätte es nicht vor fünf Jahren nach all den Trennungen wieder einen Zusammenschluss gegeben: Seither sind Lukas- und Ostergemeinde unter dem Namen Maria-Magdalena wieder eine Einheit.

Das Auf und Ab, Hin und Her wurde vielfach bestimmt von der anschwellenden und absinkenden Zahl evangelischer Christen in Sachsenhausen. Gemeindemitglied Roland Röhner erzählt davon in der Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum: „Zählte die alte Lukasgemeinde vor einem halben Jahrhundert rund 23000 Gemeindeglieder, so wurde deren stetig wachsender Riedhofbezirk von 7000 auf 12000 Mitglieder vergrößert und 1953 zur eigenständigen Oster-Gemeinde erhoben.“ Doch so positiv ging es bekanntermaßen mit den Evangelischen in Frankfurt nicht weiter. Die wieder zusammengelegte Gemeinde zählt heute gerade noch 6000 Seelen. Das allerdings ist im Vergleich zu anderen Gemeinden immer noch viel. Und so ist die Maria-Magdalena-Gemeinde auch gut ausgestattet mit zwei Predigtstätten, mit zwei Gemeindezentren, mit drei Pfarrern, einer Pfarrerin und der ebenfalls in Maria-Magdalena angesiedelten Pfarrstelle für Stadtkirchenarbeit, bei der ein leibhaftiger Museumspfarrer am Museumsufer neue Blicke auf Kunst und Kirche ermöglicht.

Das kommt dem Gemeindeleben sicher zugute: Kirchenmusik sei ein „Glanzpunkt“, sagt Ruth Westphal, die viele Jahre im Kirchenvorstand war: „Das breit gefächerte Angebot lockt Besucher von weit her an.“ Es gibt Chöre, Flötenkreise, einen Posaunenchor, zwei Kirchenmusikerinnen, eine monatliche Konzertreihe mit „Orgelspiel in der Lukaskirche“, große Aufführungen mit Werken von Bach bis Haydn. Aber auch ein sehr aktiver Besuchsdienst, intensiv arbeitende Haus- und Bibelkreise, Angebote für Kinder und Jugendliche und Experimente mit modernen Gottesdienstformen gehören dazu. Und so ist es dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Horst Littmann eigentlich egal, ob fünf, fünfzig oder hundert Jahre gefeiert werden können: „Hauptsache, unsere Gemeinde bleibt so lebendig wie bisher.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Juli 2003 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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