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Von – 2. Februar 2004

Unter hundert – alt und aktiv im Nordend

„Wenn ich da hingehe, bin ich wirklich alt!“ Mit einem Lächeln auf den Lippen erzählt Ursula Ast von den Vorbehalten älterer Menschen, in einen „Seniorenclub“ zu gehen. Alt ist eben nicht gleich alt. „Heute gibt es junge Alte, ältere Alte und noch ältere Alte. Da ist die Hemmschwelle offensichtlich hoch, irgendwann einmal damit zu beginnen, sich selbst zu den Seniorinnen zu zählen“, erläutert Ast, die sich mit ihren 69 Jahren zu den „jungen Alten“ rechnet.

Seniorinnen im Club der Gethsemanegemeinde im Nordend. Angebote für „junge“, „ältere“ und „alte“ Alte sind hier ein Schwerpunkt. Foto: Oeser

Jeden Montagnachmittag kommen im Frankfurter Nordend 40 bis 50 Menschen zum Seniorenclub der Gethsemanegemeinde, der das Herzstück der vielfältigen Seniorenarbeit der Gemeinde darstellt. Das Altersspektrum im Club ist entsprechend groß, reicht von Anfang sechzig bis Mitte neunzig, doch die meisten sind zwischen siebzig und neunzig Jahre alt. Und zum ganz überwiegenden Teil Frauen. „Speziell bei den kirchlichen Angeboten suchen ältere Menschen Gemeinschaft und Geborgenheit, Möglichkeiten zum Austausch und Gespräch und wollen etwas Lebensfreude vermittelt bekommen“, fasst Beatrix Lammert die Bedürfnisse der Teilnehmenden zusammen. Seit 23 Jahren ist sie als Sozialarbeiterin hauptamtlich für die Seniorenarbeit und den Sozialdienst der Gemeinde verantwortlich.

„Seniorinnen sind heute selbstbewusster, kritischer und auch anspruchsvoller“, berichtet Lammert, „und müssen gleichzeitig erleben, wie sich das gesellschaftliche Klima – gerade in den letzten Jahren – gewandelt hat, kälter geworden ist. Stichworte wie „Rentnerschwemme“ oder „Überalterung“ der Gesellschaft werden als Tendenz zur Ausgrenzung wahrgenommen, und bleiben nicht ohne Widerspruch.“ Das breit gefächerte Programm des Seniorenclubs beinhaltet gleichermaßen informative, beratende, kreative und gesellige Elemente. Das kann von einem Gedächtnistraining über einen Spielenachmittag bis hin zu einem Vortrag zu Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung reichen. Höhepunkte sind die übers Jahr verteilten Feiern im Club, wie die traditionsreiche Rosenmontagsfeier, zu der rund 120 Menschen erwartet werden. Zwei Gymnastikkreise, ein Handarbeits- und Bastelkreis sowie ein Tanzkurs ergänzen das Angebot. Ebenso wie der monatliche Wandertag, der sich vor allem an jüngere Seniorinnen richtet und von Ursula Ast organisiert wird. Als Ehrenamtliche ist sie seit Jahren aus dieser Arbeit nicht mehr wegzudenken, zumal sie im Kirchenvorstand die Interessen der Seniorinnen vertritt.

Darüber hinaus gibt es jährlich sieben Halbtages- und Ganztagesausflüge sowie einmal im Jahr eine achttägige Freizeit. Ein weiterer Schwerpunkt der Seniorenarbeit, der in Kooperation mit der benachbarten Petersgemeinde geleistet wird, ist die Tätigkeit von vier Diakonischen Helferinnen. Die jungen Frauen bieten im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres diesen Dienst für alte Menschen an: Hilfe beim Einkauf, Begleitung zum Arzt oder beim Spaziergang, Zubereitung von Frühstück und Abendessen, Hilfen beim An- und Auskleiden, Vorlesen und anderes mehr. In dieser Zeit wohnen die jungen Frauen in einer Wohngemeinschaft im Gemeindehaus der Gethsemanegemeinde, was aus Sicht der freiwilligen Helferinnen wesentlich zur Attraktivität dieses Dienstes beiträgt.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 2. Februar 2004 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Pfarrer Björn Uwe Rahlwes war lange Zeit Mitglied der Redaktion von „Evangelisches Frankfurt“. Danach wurde er Dozent am Religionspädagogischen Studienzentrum in Kronberg.

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