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Von – 1. Mai 2004

Wo die Heiligen geblieben sind

Obwohl auch die Protestanten im Apostolischen Glaubensbekenntnis von der „Gemeinschaft der Heiligen“ sprechen, ist ihnen doch die bunte Vielfalt der katholischen Kirche im Bezug auf die der Heiligen weitgehend verloren gegangen. Man kennt zwar vielleicht noch St. Martin, aber das war’s dann oft auch schon. Bis heute spricht schließlich das Oberhaupt der katholischen Kirche, der Papst, regelmäßig Menschen seelig oder gar heilig. Ist Protestanten da vielleicht etwas abhanden gekommen?

Die Gründe dafür, dass die Evangelischen keine Heiligen verehren, liegen – wie nicht selten – in den Anfängen der Reformation: Ein wichtiger Grundsatz damals lautete „solus Christus“ (allein Christus) und „sola fide“ (allein der Glaube). Daneben sei keine weitere Vermittlung zwischen den Menschen und Gott notwendig. Dies konnte nicht ohne Folgen für die Heiligenverehrung bleiben. Besonders radikal wirkte in dieser Frage der hessische Reformator Martin Bucer, der wie Calvin und Zwingli jegliche Bedeutung der Heiligen grundsätzlich ablehnte und durch die Abschaffung sämtlicher Heiligentage deren Verehrung den Boden entzog.

Martin Luther war da ursprünglich weit weniger konsequent: Anfangs herrschte bei ihm das Motiv der „Gemeinschaft der Heiligen“, also aller Gläubigen vor, was zu positiven Aussagen über die Rolle der Heiligen in der Kirche führte. Später betonte Luther, die Heiligenverehrung sei nicht notwendig, und man solle die Menschen zu Christus führen, jedoch mit den „Schwachen“ – also denen, die auf die Verehrung der Heiligen nicht verzichten wollten – behutsam umgehen.

Schließlich wurde aber, unter dem Eindruck der Übertreibung des Heiligenkultes seiner Zeit, die beherrschende Stellung Christi als alleinigem Heilsvermittler für Luther so wichtig, dass er die Anrufung der Heiligen gänzlich verwarf: „Man soll nicht auf der Heiligen Tat, Beispiel und Wort, sondern allein auf Gottes Wort bauen, welches allein nicht lügen noch irren kann.“

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Mai 2004 in der Rubrik Gott & Glauben, erschienen in der Ausgabe .

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