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Von – 1. Juli 2004

Die zentrale Lage verpflichtet

Die Katharinenkirche an der Hauptwache kennt ein jeder in Frankfurt. Aber die Gemeinde? Dabei ist die Kirche eben nicht nur so eine Art protestantische Hauptkirche in Frankfurt, sondern auch Sakralraum für eine ganz normale Gemeinde. Etwa 2700 Mitglieder wohnen im Gemeindegebiet, dem nördlichen Westend. „Ein lebendiger Teil der Arbeit ist die Seniorenarbeit“, so der Kirchen­ vorstandsvorsitzende Bernhard Klinzing. Man hat zwei Seniorenkreise, veranstaltet jährlich eine mehrtägige Fahrt und setzt für diese Arbeit schwerpunktmäßig Personal ein. So kümmert sich um die Seniorinnen und Senioren nicht nur eine eigens angestellte Gemeindepädagogin, sondern auch der Zivildienstleistende. Er übernimmt Einkäufe, begleitet die Menschen zum Arzt oder auf dem Spaziergang.

Neben der Fokussierung auf die Seniorenarbeit nennt Klinzing sofort die Obdachlosenspeisung als weiteren Schwerpunkt. Nicht nur im Winter lädt die Katharinengemeinde gemeinsam mit den Nachbargemeinden Arme und andere Bedürftige zum Mittagstisch in die Kirche ein. Einmal im Monat werden die Kirchenbänke zusammengeschoben, und der Tisch wird für alle Bedürftige gedeckt.

Nicht nur Büros und Banken – das Gebiet des nördlichen Westends gehört zur Katharinenkirche. Foto: Oeser

Entwicklungen zeigen sich im innenstadtnahen Bereich eher als in anderen Gemeinden. So hat man schon lange mit einer Nachbargemeinde, die sich einst aus der Katharinengemeinde entwickelte, fusioniert. Es ist zusammengewachsen, was schon einmal zusammengehörte. Natürlich dauerte es, bis sich eine Reihe von Gemeindemitgliedern in der neuen Gemeinde zu Hause gefühlt hat, sagt Klinzing und bilanziert: „Für uns war der Zusammenschluss sehr sinnvoll. Die Gemeindegebiete liegen in demselben Stadtteil.

Vorreiter war die Gemeinde auch bei der Verkleinerung ihrer Räume. Sie gab Räume ab und hat seit kurzem ihren Stützpunkt mit Gemeindesaal wieder in der Leerbachstraße nahe der Alten Oper. Dort kann wieder richtig gefeiert werden. In der Analyse der Gemeindearbeit kam man kürzlich zu dem Ergebnis, dass man mehr feiern solle. Mit einem Sommerfest will man auch diesen Teil gemeindlicher Arbeit akzentuieren.

Aber die Gemeinde ist eben doch nicht nur eine normale Gemeinde. Die zentrale Lage der Kirche an der Hauptwache verpflichtet. Klinzing spricht von einem Spannungsfeld, das auch ausgehalten werden muss. Ein Dokument gemeindlicher Streitkultur findet sich im aktuellen Gemeindeblatt. Dort diskutieren der Pfarrer für Stadtkirchenarbeit und die Gemeindepfarrerin das Für und Wider einer Fotoausstellung über Palästina in der Katharinenkirche, die einseitig die palästinensische Seite darstellt.

Sowohl die Gemeinde als auch die Stadt wissen, was sie an ihrer Katharinenkirche haben. Eine wesentliche Attraktion dort ist die Kirchenmusik, verantwortet von Martin Lücker und Michael Graf Münster. Im kommenden Jahr sollen alle Bach-Kantaten in sams­ täglichen Gottesdiensten aufgeführt werden. Darauf freut sich sicher nicht nur Bernhard Klinzing.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Juli 2004 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Kurt-Helmuth Eimuth ist Mitglied in der Redaktion von "Evangelisches Frankfurt". Mehr über den Publizisten und Erziehungswissenschaftler ist auf www.eimuth.de zu erfahren.

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