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Von – 1. September 2004

Wacher Blick für neue soziale Aufgaben

Wenn nicht der schlanke, mit Bruchsteinen verblendete Kirchturm wäre, die weißgetünchte schlichte Dankeskirche in der ruhigen Vorortstraße „Am Goldsteinpark“ würde kaum auffallen. Vor fünfzig Jahren wurde diese Kirche gebaut und entspricht im Stil ganz den Siedlungshäusern der umliegenden Straßen. Kirche und Kindergarten, Pfarrhaus und Gemeindehaus – alles liegt schön zusammen am Goldsteinpark, dem grünen Mittelpunkt des Stadtteils, und strahlt Ruhe und Beschaulichkeit aus.

Anne Rafflenbeul von der Dankeskirchengemeinde - links - im Gespräch mit einer Interessentin. Sie koordiniert das Hilfenetz Schwanheim/Goldstein. Foto: Dostalek

Aber entgegen dem Augenschein ist es mit der Ruhe bei der Dankeskirchengemeinde nicht so weit her, erst recht nicht in diesem Jubiläumsjahr. Die vielen Veranstaltungen und Festgottesdienste haben die Gemeindemitglieder, den zwölfköpfigen Kirchenvorstand und das Pfarrerehepaar Karin Faller und Michael Scherer-Faller ganz schön in Atem gehalten. Doch daneben hat sich die Gemeinde mit wachem Blick auch neuen sozialen Aufgaben nicht verschlossen. Zusammen mit der katholischen Johannesgemeinde hat sie die Trägerschaft für ein ökumenisches „Hilfenetz Schwanheim/Goldstein“ übernommen, das älteren Menschen Hilfen für leichte Arbeiten im Haus und Garten vermittelt. Der Caritasverband hat im Kinderhaus Goldstein einen Büroraum zur Verfügung gestellt, in dem nun zweimal wöchentlich Anne Rafflenbeul sitzt und die Arbeit koordiniert.

„Ich versuche, die richtigen Leute zusammenzubringen, und achte darauf, dass der Aspekt des Helfens nicht zu kurz kommt“, sagt die 57-Jährige, die sich in beiden Stadtteilen auskennt und schon lange ehrenamtliche Arbeit für die Gemeinde macht. Sie führt die Namensliste mit Hilfesuchenden sowie Helferinnen und Helfern, berät und macht Hausbesuche. Einem alten Herrn, der vor kurzem Witwer geworden ist, konnte sie eine Putzhilfe vermitteln, und für ein älteres Ehepaar, das die handwerklichen Arbeiten im Haus nicht mehr selbst bewältigen kann, hat sie zwei geschickte Hände gefunden. Zwei bis drei Vermittlungen fallen pro Woche an. Über den Vertrag, die richtige Versicherung und Sozialabgaben braucht sich keiner der alten Leute Sorgen zu machen. Das läuft über das Hilfenetz, und auch das Entgelt für geleistete Hilfestunden steht fest.

Während rund um den Goldsteinpark, wo die Alteingesessenen wohnen, die Welt noch in Ordnung zu sein scheint, gilt das nur wenige Straßenzüge entfernte Quartier „Am Heisenrath“ als sozialer Brennpunkt, ebenso wie Goldstein-Süd. „Das alte und das neue Goldstein sind nicht zusammengewachsen, die Menschen gehen auf Distanz zueinander“, bedauert Pfarrer Michael Scherer-Faller. Es sei ein Segen, dass der Evangelische Verein für Jugendsozialarbeit dort so aktiv sei und sehr gut mit der Gemeinde zusammenarbeite. So hätten auf diese Weise schon viele junge Russlanddeutsche den Weg in die Konfirmandengruppen gefunden.

An Konfirmandinnen und Konfirmanden wie überhaupt an jungen Leuten fehlt es in der Ge meinde nicht. Die Kinder- und Jugendarbeit steht hoch im Kurs. „Dankeskinder“ jeden Alters tummeln sich im Gemeindehaus, nennen sich Dankesfrösche, -früchtchen oder -stöpsel, und selbst die „Dankeskoffer“ der Jahrgänge 1978/79 treffen sich regelmäßig. Außerdem wird eifrig geflötet und gesungen, ein Posaunenchor trifft sich regelmäßig, und auch andere Gruppen wie die Alleinerziehenden, der Besuchskreis oder die Senioren sind aktiv.

„Wir könnten am Gemeindehaus noch anbauen, sämtliche Räume sind ständig besetzt“, sagt Pfarrer Michael Scherer-Faller, der sich mit seiner Frau die anderthalb Pfarrstellen der 2900 Köpfe zählenden Gemeinde teilt. Gemeindearbeit habe in Goldstein Tradition, ergänzt Karin Faller, oft seien Familien sogar über Generationen hinweg in der Gemeinde aktiv.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. September 2004 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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