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Von – 1. November 2004

Barocke Kirche und junges Programm

Der Weg zum Eingang der alten Dorfkirche ist frisch gepflastert. „Schließlich soll das Brautkleid nicht mit Schlamm bespritzt werden, wenn es bei der Trauung mal regnet“, sagt Pfarrerin Monika Kunz und lächelt. Die kuschelige kleine Barockkirche am Marktplatz von Un­ terliederbach ist für Hochzeiten geradezu ideal. Sehr beliebt ist sie auch bei Taufgottesdiensten, runden Geburtstagen, für Orgelkonzerte oder zur Feier der goldenen Konfirmation – so beliebt, dass die Gemeinde Unterliederbach es übernommen hat, das einschiffige Gebäude dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurück reichen, selbst zu erhalten und zu renovieren.

Sehr beliebt in Unterliederbach, vor allem bei Trauungen und Taufen: Die alte Dorfkirche am Marktplatz. Foto: Surrey

Da für den Bauunterhalt des 1527 evan­ gelisch gewordenen Gotteshauses keine Kir­ chensteuermittel mehr zur Verfügung stehen, gründeten alteingesessene Unterliederbacher Familien den Kreis „Freunde der Dorfkirche“, dessen Mitglieder regelmäßig Geld geben und um Spenden werben. Nachdem der Weg gepflastert ist, gilt es jetzt, zwei schöne Epitaphen wieder lesbar zu machen, die ehemaligen Wohltätern der Kirche ein Denkmal setzen. „Wie sehr sich die Unterliederbacher mit der alten Dorfkirche identifizieren, erkennt man daran, dass auch die Gräber und Gedenksteine drum herum regelmäßig gepflegt werden“, sagt Monika Kunz. „Diese liebevolle Aufmerksamkeit wird auch an die nächste Generation weiter gegeben. Ganze Schulklassen werden zum Beispiel am Grab von Carl Friedrich Emil von Ibell darüber aufgeklärt, dass der Mann, nach dem ihre Schule benannt ist, hier eine Bildungseinrichtung für schulentlassene Jugendliche eingerichtet hat.“

Während die Dorfkirche gerne für besondere Feiern genutzt wird, treffen sich die regelmäßigen Gemeindegruppen meist in der Stephanuskirche in der Liederbacher Straße. Sie wurde vor zwei Jahren zum Gemeindezentrum mit neuem Büro, Gruppenräumen und Küche ausgebaut. „Wir begleiten die Menschen hier wirklich noch von der Geburt bis zum Tod“, so Pfarrerin Kunz. „Es gibt zwei evangelische Kindertagesstätten, zwei Jungschargruppen, den Kinder- und Jugendtreff, zwei Kinderchöre, eine große Kantorei, Frauenhilfe, Gymnastik, Kreativkurse, Seniorenprogramm und in Kürze auch wieder Erwachsenenbildung.“

Etwas ganz Besonderes ist das Jugendcafé im Turm der Kirche, das von Jugendlichen selbst ausgebaut wurde – mit Bistro, Computer und Tischfußball. Im zweiten Stock finden demnächst sogar Discos statt: Mit einem DJ auf der Galerie, während unten getanzt werden kann. Kein Wunder, dass mittlerweile auch Jugendliche aus Sossenheim und Höchst nach Unterliederbach pilgern.

In Unterliederbach leben viele junge Familien. „Deshalb hoffen wir“, so Monika Kunz, „dass wir die Kinder- und Jugendarbeit erhalten können, auch wenn finanzielle Kürzungen ins Haus stehen. Wir bieten zum Beispiel auch Hausaufgabenhilfe und Ferienspiele an. Das heißt natürlich nicht, dass wir uns nicht um die Senioren kümmern. Die Arbeit mit ihnen ist uns genau so wichtig und wird in Zukunft wahrscheinlich noch wichtiger.“

Da ist es gut, dass seit Mitte Oktober auch die zweite Pfarrstelle wieder besetzt ist: Der 37 Jahre alte Pfarrer Holger Kamlah, bisher Pfarrer in Lampertheim, ist jetzt für den ersten Pfarrbezirk zuständig und will sich hauptsächlich um die Jugendarbeit und die Erwachsenenbildung kümmern.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. November 2004 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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