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Von – 1. Januar 2005

Manchmal spielen die Kinder „Nulf segnet“

„Gott im Gallus“ heißt ein Film, den Pfarrer Nulf Schade-James mit Jugendlichen aus der Friedensgemeinde gedreht hat: Lachende Kinder, eine alte Frau auf der Straße, zwei afrikanische Jugendliche, ein Blinder, Frauen mit Kopftuch – eine davon beschwert sich über die zunehmende Gewalt im Viertel. Die Gemeindesekretärin erklärt, was Gott für sie ist, man sieht küssende Paare, im Hintergrund Musik: „God is great“ – Gott ist großartig. „Man muss den Menschen öfter sagen, dass man sie liebt“ glaubt Nulf Schade-James.

Der Pfarrer, der sich mit 13 Jahren entschied, Geistlicher anstatt Schauspieler zu werden, identifiziert sich seit 15 Jahren mit dem Gallus. „Er steht hinter dem, was er sagt“, lobt die stellvertretende Kirchenvorsitzende Inge Lang. Da wundert es nicht, dass die Kinder im evangelischen Kindergarten nach dem wöchentlichen Gottesdienst gerne „Nulf segnet“ spielen. Auch die muslimischen und das jüdische Mädchen übrigens. Als so genannter „Frühstart“- Kindergarten ist die Einrichtung im Gallus auf dem allerneuesten Stand.

„Spätestens seit der Pisa-Studie ist ja bekannt, dass eine frühestmögliche Förderung in eine erfolgreichere Schullaufbahn mündet“, sagt Kindergartenleiterin Christel Mawila. „Deshalb machen wir intensive Sprachförderung mit unseren Kindern, die aus 21 unterschiedlichen Nationen stammen, und binden vor allem auch die Eltern fest mit ein.“ Das Projekt, das hauptsächlich von der türkisch-deutschen Gesundheitsstiftung finanziert wird, läuft über drei Jahre: Später sollen die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet werden. Gemeindearbeit im Gallus ist an vielen Stellen Sozialarbeit.

„Ich versuche, den Jugendlichen, die bei mir konfirmiert werden, und von denen manche keine Lehrstelle finden, Lebenshilfe zu geben“, so Schade-James. „Für viele ist die Konfirmation ein Höhepunkt in ihrem Leben. Wir gestalten sie immer sehr festlich.“ Gemeindemitglieder, die es brauchen, unterstützt die Friedensgemeinde auch finanziell. „Wir haben das Glück, dass uns ein Erbe vermacht wurde, mit dem man etwas anfangen kann“, erzählt Inge Lang. Vergangenes Jahr hat der Lesekreis die ganze Bibel von der ersten bis zur letzten Seite durchgelesen – „ein tolles Projekt“ – schwärmt der Pfarrer. Dieses Jahr werden ausgewählte Bibelstellen auf die Frage hin untersucht: Was bedeutet das konkret für mein Leben? „Da wird es bestimmt heiße Diskussionen geben.“

Seniorinnen sind in der Friedensgemeinde in der Frauenhilfe organisiert, etwa vierzig Frauen zwischen 60 und 90 Jahren. „Zweimal im Monat setzen wir uns zusammen und diskutieren ein Thema, das uns in der Gemeinde unter den Nägeln brennt. Kaffee und Kuchen gibt es zwar auch, aber es ist nicht nur ein Kaffeeklatsch“, so Schade-James. „Die Frauen nehmen regen Anteil am Gemeindeleben und spenden viel. Aber vor allem achten die Seniorinnen aufeinander, rufen sich an und besuchen sich gegenseitig, wenn eine krank wird. Ganz toll.“ Dem „Netzwerken“ dient auch die neue Homepage der Friedensgemeinde, die jeden Tag viele Male angeklickt wird: Nicht zuletzt, um zu sagen, dass man sich liebt.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Januar 2005 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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