Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke

E-Mail

E-Mail

Über jeden neuen Beitrag informieren wir Sie mit einer Nachricht per Mail.

Aktuell

Von – 1. März 2005

Alle haben Lust, etwas Neues anzupacken

3900 Christen zählt die frisch fusionierte evangelische Kirchengemeinde Frankfurt am Main-Griesheim seit Jahresbeginn. Jetzt müssen die ehemalige Pfingstkirchen- und die Segensgemeinde zusammenwachsen: Charakteristisch für die Straßen nördlich der S-Bahn ist der Siedlungsbau aus den fünfziger und sechziger Jahren, südlich dieser Geraden liegt der alte Ortskern mit teilweise alteingesessener Bevölkerung.

Pfarrerin Andrea Beiner vor der Segenskirche in Griesheim. Die beiden früheren Gemeinden des Stadtteils im Frankfurter Westen haben sich Anfang des Jahres zur evangelischen Gemeinde Griesheim zusammengeschlossen. Foto: Oeser

Dem Fusionsvertrag war einiges an Überzeugungsarbeit in den Kirchenvorständen vorausgegangen. „Mit Trauer und Knirschen“ beugten sie sich aber schließlich der Realität: Angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen lag der Zusammenschluss im Grunde auf der Hand.

Sowohl die aus dem 19. Jahrhundert stammende Kirche im Süden als auch der 50er-Jahre-Bau mit dem neuen rotleuchtenden Kirchenfenster im Norden sollen erhalten bleiben. Aber die sonntäglichen Gottesdienstzeiten werden ebenso abgestimmt (9 Uhr im Süden, 10.30 Uhr im Norden) wie die Gemeindebürozeiten. Jetzt tagt nur noch ein Kirchenvorstand in Griesheim, eine Gemeindezeitung berichtet, ein Kirchenchor singt. Die übrigen Aktivitäten bleiben in ihrer jetzigen Form bestehen. So etwa die täglich ausgebuchte Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche, der Meditationskreis oder der Frauentreff für die mittlere Generation und auch die Angebote für Seniorinnen und Senioren.

„Wenn etwas Neues entsteht, wird ja oft auch viel Motivation frei. Hier haben jetzt alle Lust, anzupacken“, erzählt Pfarrerin Andrea Beiner. So ist eine Erweiterung der Kindertagesstätte „Am Gemeindegarten“ im Gespräch. Berührungsängste zwischen alteingesessenen Griesheimern und neu Zugezogenen will die Pfarrerin abbauen, überhaupt setzt sie auf Vernetzung und Verzahnung. Nach den guten Erfahrungen mit einer gemeinsamen Kinderbibelwoche sollen die ökumenischen Aktivitäten mit den katholischen Nachbargemeinden ausgebaut werden, ebenso wie der Austausch und die Zusammenarbeit mit den muslimischen Nachbarn, die sich in Griesheim in drei Moscheen versammeln. Zum „Tag der Offenen Moschee“ gab es bereits die ersten Besuche von Christen in den islamischen Glaubensstätten sowie umgekehrt. Aber auch das Gespräch mit Lokalpolitikern und Griesheimer Institutionen, wie etwa dem Vereinsring, soll intensiviert werden. „Wir möchten als Stadtteilkirche überall präsent sein und unseren Beitrag zu einem friedlichen Miteinander leisten.“

Seit März ist Andrea Beiner vorerst alleine für die Gemeinde Griesheim zuständig: Für ihren Kollegen Thomas Volz, der kürzlich nach Bonames wechselte, wird noch ein Nachfolger gesucht. „Er oder sie sollte sich vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren und Freude daran haben, in einem multikulturellen Stadtteil mit etwa 35 Prozent Ausländeranteil zu arbeiten“, sagt Andrea Beiner. Sie selbst, die nicht nur Theologin, sondern auch Diplom-Gerontologin ist, möchte dann vor allem für die Älteren in der Gemeinde da sein.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. März 2005 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

Artikel teilen: E-Mail Facebook Twitter Google+

Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

Meistgelesene Artikel

Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, Kommentare werden vor der Veröffentlichung freigeschaltet.