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Von – 1. Juli 2005

Dörflicher Charakter mitten in der City

Die Rahmenbedingungen sind nicht einfach: Mit 948 Mitgliedern ist die Dreifaltigkeitsgemeinde klein, und der größere Teil davon lebt nicht einmal im Zentrum der Gemeinde um die Kirche in der Kuhwaldsiedlung herum, sondern jenseits der Theodor-Heuss-Allee, in der sogenannten City-West, wo sich auch die viergruppige Kindertagesstätte befindet. Auch wenn die Bebauung des Rebstockgeländes, das ebenfalls zum Gemeindegebiet gehört, abgeschlossen ist, wird die Gemeinde immer noch zu klein sein. Nachgedacht wird deshalb über eine Fusion mit Rödelheim und eventuell sogar mit Bockenheim: Die Dreifaltigkeitsgemeinde ist im Umbruch.

Rosen stehen für den idyllischen Charakter der Kuhwaldsiedlung, die zwischen Messe und Theodor-Heuss-Allee aber auch sehr isoliert liegt. Pfarrer Horst Peter Pohl setzt einen Schwerpunkt auf den Gottesdienst. Foto: Surrey

Drei Jahre war die Pfarrstelle vakant, bevor Pfarrer Horst Peter Pohl im März 2003 in die Kuhwaldsiedlung kam. „Wie die meisten Leute, die hierher kommen, war ich ziemlich überrascht. Die in den 50er Jahren entstandene Eisenbahnersiedlung ist sehr grün und hat fast so eine Art Dorfcharakter.“ Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Stadtteil ist klein und überschaubar, man kennt sich. Die Nachteile allerdings auch: Die Begrenzung durch die Theodor-Heuss-Allee auf der einen Seite und die Messe auf der anderen Seite schaffen eine gewisse Isolation. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist schlecht, es gibt zwar einen Supermarkt und eine Apotheke, aber keine Post, keine Bank, nicht einmal mehr einen Friseur.

Gut, dass die in den sechziger Jahren von dem Architekten Werner Neumann entworfene Kirche noch mitten im „Dorf“ steht. Im Kirchenraum lenkt nichts den Blick von den Natursteinblöcken ab, die dem sakralen Raum Wärme und Solidität geben. Im Mittelpunkt der Gemeindearbeit steht auch schlicht und einfach der Gottesdienst, der einmal im Monat samstags um 17 Uhr stattfindet. „Wir gestalten ihn in dieser schönen Kirche immer sehr feierlich und festlich. Ich habe schon öfter gehört, er sei eine Wohltat. Ich gebe mir auch viel Mühe mit der Predigt“, sagt Pfarrer Pohl und lächelt.

Der 53-Jährige, der einige Zusatzausbildungen in Beratung und Psychotherapie gemacht hat, möchte demnächst ein Angebot erneuern, mit dem er vor zwei Jahren in der Gemeinde angefangen hat: Sich zwei Stunden in der Woche in die Kirche setzen und bereit zu jeder Art von Gespräch sein. „Klingt ein wenig verrückt, kam aber sehr gut an.“

Sehr gut angenommen wird auch das alle zwei Wochen stattfindende Seniorenfrühstück, das Pfarrer und Hausmeister gemeinsam ausrichten. Zwischen zwanzig und vierzig Menschen ab sechzig Jahren nehmen daran teil, darunter auch – was ungewöhnlich ist – viele Männer. Jugendliche hingegen kommen im Sommer gern zum Open-Air-Kino in den Pfarrgarten, in dem die über und über rosa blühenden Kletterrosen die angrenzende graubraune Kirchenwand beleben. Ein Ort zum Auftanken.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Juli 2005 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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