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Von – 1. November 2005

Mit Fantasie für’s Gemeindehaus

Die Losung passt: „Die Gemeinde will den Menschen nahe und im Stadtteil präsent sein“, erklärt Pfarrerin Ute Pietsch. Und dazu braucht es eben das alte Pfarrhaus, denn wie in vielen Frankfurter Gemeinden ist auch für die Mariengemeinde in Seckbach der bisherige Gebäudebestand in Zukunft nicht mehr finanzierbar.

Darum wird aus dem alten Gemeindehaus ein Kinderhaus für Kindergarten und Hort, Gemeinderäume und Büro ziehen ins alte Pfarrhaus um, in dessen Garten ein Saal entsteht. Dafür gibt die Gemeinde ihr Gruppenhaus ab. Über 900000 Euro werden die Umbauten kosten, 88000 Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen. Gut investiertes Geld, denn täglich besuchen über hundert Kinder die Einrichtungen und Veranstaltungen der Gemeinde. „Es soll ein Haus für die Menschen hier sein“, sagt die Pfarrerin, die in den letzten Monaten gemeinsam mit der Fundraising-Gruppe fantasievoll die Werbetrommel gerührt hat, um das Geld aufzubringen.

Pfarrerin Ute Pietsch verteilt die Startnummern für den Sponsorenlauf der Mariengemeinde. 2780 Euro kamen dabei zusammen. Foto: Oeser

Zum Erntedankgottesdienst brachten sechzig Gemeindemitglieder den Ertrag von jeweils fünf Euro zurück, mit denen sie seit Pfingsten entsprechend dem Gleichnis von den anvertrauten Pfunden gewuchert hatten: Kartoffelsetzlinge kaufen – Kartoffeln verkaufen, in Gelierzucker zur Verarbeitung der eigenen Gartenfrüchte investieren oder auch das Geld im Spielcasino vermehren – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Beim anschließenden Sponsorenlauf im Huthpark wurden 2780 Euro durch 631 gelaufene Runden erwirtschaftet. „Mit jeder Runde wird es heller, denn das Geld kommt ganz der Installation und Beleuchtung im neuen Gemeindehaus zugute!“ Damit hatte die Gemeinde geworben und 46 Läuferinnen und Läufer von 5 bis 76 Jahren an den Start gelockt.

Zum Advent werden die 165 Takte von Präludium und Fuge in G-Dur von Johann Sebastian Bach an Interessierte verkauft. Im Gottesdienst wird das Stück dann gespielt – so weit es bezahlt ist. „Spätestens an Heiligabend soll das ganze Werk vollständig erklingen“, hat Organistin Daniela Brinkmann sich und der Gemeinde als Zielvorgabe gesetzt. Die Chancen stehen gut, denn die Mariengemeinde ist den Menschen im Stadtteil verbunden, arbeitet intensiv mit den Vereinen und der katholischen Gemeinde zusammen und richtet den Blick gleichzeitig weit über die Grenzen Seckbachs hinaus.

Die „Verzahnung von Gottesdienst und Leben“ nennt Ute Pietsch das. „Es gibt in der Gemeinde ein Bewusstsein, dass wir eingebunden sind in die weltweite Ökumene“, sagt die Pfarrerin. „Wir wollen konkrete Schritte tun, um Gerechtigkeit umzusetzen und eine andere Weltwirtschaft bekanntzumachen.“ Das geschieht zum Beispiel durch den Weltladen in Trägerschaft der Gemeinde. In Seckbach gibt es auf diese Weise viele Möglichkeiten, getreu dem Motto über der alten Tür Gott zu dienen.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. November 2005 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Gunda Höppner ist Pfarrerin in Niederrad.

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