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Von – 1. Juni 2006

Tai Chi und Wellness inklusive

„Neues Jahr, neuer Anfang“ lautete im Januar das Thema des ersten Abendgottesdienstes in der Nicolaikirche. Anschließend traf sich die Gemeinde zu einem Sektempfang. Seitdem findet jeden ersten Sonntag im Monat um 18 Uhr ein Gottesdienst in der Kirche am Zoo statt. Im Februar stand der Theologe und Widerstandskämpfer, Dietrich Bonhoeffer, auf dem Programm, im März die Leidensgeschichte Jesu. Das fünfzigjährige Glockenjubiläum wurde im April gefeiert – dazu ertönte jede Glocke einzeln.

Tai Chi-Kurs im Gemeindehaus. In der neuen Nicolaigemeinde im Ostend gibt es viele Angebote für Erwachsene. Foto: Surrey

Die neuen Abendgottesdienste rücken nicht nur aktuelle Themen in den Vordergrund, sie sprechen auch die Sinne an. „Abends herrscht eine ganze andere Stimmung als früh um zehn“, sagt Pfarrerin Melanie Lohwasser. Kerzen und Lichtbilder entfalten abends eine stärkere Wirkung, andere Lieder bieten sich an. „Ich erlebe diese Gottesdienste als gesammelter, konzentrierter.“

Zu den Abendgottesdiensten kommen nicht nur treue Gemeindemitglieder, die sonntags ausschlafen wollen, sondern auch viele Menschen, die sonst nicht in der Kirche zu sehen sind. Schon seit einigen Jahren bemüht sich die Nicolaigemeinde, verstärkt Erwachsene anzusprechen, auch solche mit einem eher distanzierten Verhältnis zu traditionellen Gemeindeformen. Ein Drittel der 5200 Gemeindemitglieder ist zwischen dreißig und fünfzig Jahre alt, betont Pfarrer Wolfgang Löbermann: „Diesen Schwerpunkt gibt es in keiner anderen Gemeinde Frankfurts.“ Deshalb nehmen nicht nur Menschen aus dem Ostend das Programm wahr, sondern auch Interessierte aus anderen Stadtteilen und aus dem Frankfurter Umland.

Sie kommen zu der Theatergruppe, zum gemeinsamen Kochen und Essen, zum offenem Freitagstreff. Dort wird für jeden Geschmack etwas geboten, von der Radtour über Theater- und Kinobesuche bis hin zum „Erdbeerfest“. „Berufstätige und neu Hinzugezogene suchen Geselligkeit und wollen neue Leute kennen lernen“, erklärt Gemeindepädagogin Isis Appeldorn. „Bei uns haben sie das Gefühl, dass die Kirche nicht nur ein Ort für junge Familien und alte Menschen ist, sondern eben auch für sie.“ Seit neuestem gibt es sogar Wellness: Für wenig Geld erholen sich Berufstätige, viel geforderte Mütter und junge Seniorinnen und Senioren bei Tai Chi, Feldenkreis oder Yoga.

Seit kurzem sind die Gemeinden der „neuen“ Nicolaikirche im Osten und der „alten“ Nikolaikirche am Römerberg zu einem Planungsbezirk zusammengefasst. Bis ins 19. Jahrhundert waren sie sogar eine Gemeinde, die aber 1909 geteilt wurde, weil sie immer stärker ins Ostend hinein wuchs. In Zukunft wird auch die Nicolaigemeinde mit weniger Personal auskommen müssen. Isis Appeldorn bleibt den­ noch zuversichtlich: „Ich glaube, wir können hier alle Angebote erhalten. Die Ehrenamtlichen sind durchaus bereit, mehr selbst zu organisieren.“ Pfarrerin Sabine Drescher-Dietrich dagegen beurteilt die Lage kritischer: „Ehrenamtliche brauchen Anleitung, Motivation und Betreuung. Sie können nicht alles auffangen, was in Zukunft wegfällt.“

Der nächste Abendgottesdienst in der neuen Nicolaikirche, Waldschmidt-/Ecke Rhönstraße, ist am Pfingstsonntag, 4. Juni, um 18 Uhr zusammen mit der Frauenhilfe. Am 2. Juli geht es um die Fußball-WM.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Juni 2006 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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