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Von – 1. Juli 2006

Basisarbeit am Stadtrand

Wer in Kalbach, einem der nördlichsten Stadtteile Frankfurts, die evangelische Kirche sucht, darf nicht nach dem Kirchturm suchen. Denn die alte romantische Dorfkirche ist katholisch. Das evangelische Gemeindezentrum ist von außen eher unauffällig. Mit Kirchsaal, Giebeldach und ohne Glockenturm ist es gut in die Umgebung eingepasst. Der „Crutzenhof“, also Kreuzhof, entstand als moderner Bau vor zwölf Jahren, nachdem das Dach des alten Gemeindehauses bei einem Unwetter eingestürzt war.

Außen unscheinbar, innen viel Atmosphäre: Hell und von viel Licht durchflutet präsentiert sich der Kirchraum der Gemeinde Kalbach am Crutzenhof. Foto: Oeser

Der Gemeinderaum ist freundlich, lichtdurchflutet, mit Blick ins Grüne. „Ein Raum, der nicht mit Protzigkeit angibt“, beschreibt Pfarrer Karl Reinhold die sachliche, funktionale und gleichzeitig sakrale Atmosphäre des Saales. Hell und einladend sind auch die anderen Räume im Gemeindezentrum. „Die Gemeinde hätte sich noch mehr Platz gewünscht, zum Beispiel für die Jugendarbeit, aber im Zuge der Sparmaßnahmen ist es gar nicht möglich, mehr zu unterhalten“, so Reinhold. Und gespart hat die Gemeinde: Die Gemeindepädagogenstelle musste abgegeben werden, die Pfarrstelle wird im nächsten Jahr halbiert – das bedeutet Konzentration auf die Grundversorgung.

„Außer der Arbeit mit älteren Menschen ist bei uns die Konfirmandenarbeit ein Schwerpunkt und soll es auch bleiben“, erklärt Ilse Mändle, die seit 1994 den Kirchenvorstand leitet. Fast alle Jugendlichen eines Jahrgangs kommen, um außer den Grundlagen des Glaubens auch die Nieder-Ramstädter Diakonie, das Bibelmuseum und den Friedhof kennen zu lernen. Basisarbeit in einem Stadtteil, in dem es viele Vereine gibt und der lange gut katholisch war. „Ganz früher gab es nur eine evangelische Familie“, erzählt Ilse Mändle. Inzwischen sind 1100 der 5240 Kalbacher evangelisch, die Zugezogenen. Pfarrer Reinhold will sie erreichen, indem „Kirche als Kirche sichtbar wird und nicht nur in der Sozialarbeit“. Wichtig sind ihm darum die Andacht im Seniorenkreis, die „Theologische Information“ in jedem Gemeindebrief und die regelmäßigen Gottesdienste mit den Kindern des dreigruppigen Kindergartens, ergänzt durch zwei Hortgruppen.

„Es ist noch ein langer Weg und bedeutet noch viele Gespräche, bis wir genau wissen, wie die Gemeindearbeit in Zukunft aussieht“, glaubt Ilse Män­ dle. In der jungen Gemeinde Kalbach, die bis 1979 zu Bonames gehörte und sich überwiegend aus der Mittelschicht zusammensetzt, ist die Zusammenarbeit mit der doppelt so großen katholischen Gemeinde lebendig.

Dass dieses Jahr die katholische Fronleichnamsprozession eine ihrer Stationen am Crutzenhof hatte, gehört dazu. Und auch zu Bonames sind durch Kanzeltausch und die Kinder- und Jugendarbeit des Evangelischen Jugendwerks Verbindungen geknüpft.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Juli 2006 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Gunda Höppner ist Pfarrerin in Niederrad.

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