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1. November 2006

Ein guter Ort für die Kindheit

Die Nidda, der Niedwald und eine offene Gemeinde, wo Kinder ein- und ausgehen: „Es ist schon schön hier, und hier kann man gut die Kindheit verbringen“, schwärmt Pfarrerin Bettina Tarmann. 117 Kindern bieten der „Grüne Winkel“ und die „Kita Kunterbunt“ Platz, beides Kindertagesstätten der Apostelgemeinde. Dazu kommen noch einmal dreißig Hortplätze. Jungschar, Mädchenkreis und Arbeit mit konfirmierten Jugendlichen, die das Evangelische Jugendwerk anbietet, schließen hier an; einmal im Monat ist den ganzen Vormittag Kindersonntag. Eine junge Gemeinde, so betrachtet – aber auch eine Gemeinde von Menschen, die hier alt geworden sind.

Warten am Bahnübergang, der das Gemeindegebiet in zwei Teile teilt: Pfarrerin Bettina Tarmann von der Apostelgemeinde in Nied. | Foto: Oeser

Warten am Bahnübergang, der das Gemeindegebiet in zwei Teile teilt: Pfarrerin Bettina Tarmann von der Apostelgemeinde in Nied.
Foto: Oeser

73 Jahre alt geworden ist im Oktober auch die Apostelkirche, entstanden in der Eisenbahnersiedlung, die nach dem Ersten Weltkrieg am Reichsbahnausbesserungswerk in Nied entstanden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen weitere Siedlungen hinzu, zuletzt die Neubauten in Nied-Ost und an der Oeserstraße. „Die Balance halten zwischen Tradition und Innovation, damit sind wir hier beschäftigt“, beschreibt die Pfarrerin die Art und Weise, wie die Gemeinde für die Menschen im Stadtteil da ist.

Die „stillen Aufgaben“ liegen der Seelsorgerin besonders am Herzen, Fürsorge tragen für Altersgruppen, die gesellschaftlich nicht so anerkannt sind. So gibt es den Besuchsdienstkreis, damit alle Gemeindemitglieder ab dem 70. Geburtstag jedes Jahr besucht werden, aber auch Kranken­ gottesdienste und die jährlich stattfindenden Ausflüge für erkrankte Menschen, die sonst alleine nicht rauskommen. Für dieses ökumenische Projekt gab es 1990 den „Senfkornpreis“ der Caritas für soziales ehrenamtliches Engagement.

Dass die ökumenische Arbeit gut weiter geht, ist das Interesse des Kirchenvorstandsvorsitzenden Peter Hasselbach, auch wenn die Belastungen durch die Strukturveränderungen in der Frankfurter Kirche zur Zeit groß sind. So wird die Stelle von Diakon Gert-Uwe Weinrich wegfallen, der aus der vielfältigen Gemeindearbeit eigentlich nicht wegzudenken ist. Behutsame Annäherungen gibt es zur benachbarten Christuskirchengemeinde, von der die Apostelgemeinde 1958 die Selbstständigkeit erlangte. Kanzeltausch, gemeinsames Gemeindefest und Konfifreizeit sind schon Realität, alles Weitere braucht noch Zeit.

Zeit muss man sowieso einplanen, wenn man von einem in den anderen Gemeindeteil will: Eine Hauptverkehrslinie der Deutschen Bahn mit doppeltem beschrankten Bahnübergang teilt das Gemeindegebiet. Bei mehreren Be­ suchen summiert sich die Wartezeit an den Schranken für Pfarrerin Tarmann schon mal. Drei Jahre ist sie jetzt in der Apostelgemeinde. Ihr Ziel: Dazu beitragen, dass die Menschen verstehen, dass sie die Gemeinde sind, ihre Ideen einbringen und mit der Gemeinde verwirklichen. Die Chancen dafür stehen gut: Immer wieder kommen Menschen zurück, die als Jugendliche aus dem Stadtteil weggezogen sind. Zurück an den Ort, wo auch ihre Kinder eine gute Kindheit verbringen können.

Gunda Höppner

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. November 2006 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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