Evangelisches Frankfurt

Zeitung für Mitglieder der evangelischen Kirche in Frankfurt am Main

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Bockenheim, Reportagen
Ausgabe
November 2006

Kirche im Radio

Neue Reihe in der Gemeinde Bockenheim

Glaubensthemen sind im Radio gefragt. Tausende von Menschen hören morgens den „Zuspruch“ im ersten und zweiten Radioprogramm des Hessischen Rundfunks, halten inne bei „Moment Mal“ im Dritten oder „Übrigens“ im Vierten. Hunderte laden sich jede Woche die Skripte herunter, und hessenweit sind es 300000 Menschen, die über den Äther die Verkündigungssendungen der evangelischen Kirche hören. Das ist nach Ansicht von Pfarrerin Heidrun Dörken Ergebnis einer gewandelten Radioarbeit ohne

„Beffchen auf der Stimme“. Die Rundfunkbeauftragte der evangelischen Kirche hat in der Gemeinde Bockenheim die neue Veranstaltungsreihe „Salon am Kirchplatz“ eröffnet.

Das Bockenheimer Gemeindehaus mit seinem Glasfoyer und den rot-schwarz schimmernden Ziegelmauern ist der stimmungsvolle Ort für den Salon, der Themen der Kirche Raum und Zeit geben soll. Bei einem Glas Wein, an kleinen Tischen, und mit viel Zeit für Gespräche und Fragen.

„Vielfalt ist Trumpf“, sagte Dörken zu der Rundfunkarbeit der Kirche. Niemand sei heute mehr mit einem einzigen Programm zufrieden. Mit packenden Geschichten, Zusprüchen und Live-Gottesdiensten müsse die Kirche „auf der Welle schwimmen“, immer dicht an der Lebenssituation der Menschen. Das Radio sei eine große Chance, auf das gewachsene Interesse an Sinn- und Glaubensfragen einzugehen. Je nach Sender sei das unterschiedlich konzipiert, das Ziel bleibe dennoch gleich: Christliches Grundlagenwissen weiterzugeben und ein neuzeitliches Gottesbild zu vermitteln. Dörken hält ihre Autorinnen und Autoren dazu an, kein Wissen über die Bibel und den Glauben als selbstverständlich vorauszusetzen, denn der Traditionsverlust sei groß. Wie schwierig es sei, einen dreiminütigen Zuspruch oder eine Kurzandacht zu schreiben, darüber berichteten lebhaft Teilnehmer, die als Autoren Rundfunkarbeit machen. „Bittere Würze“ sei im Radio zu vermeiden, mahnte auch die Journalistin Gisela Brackert, denn das verderbe die Lust auf das „geistliche Pausenbrot“.

Nächste Termine für den „Salon am Kirchplatz“ sind Freitag, 3. November, mit Elisabeth Buchberger über „Flüchtlingsschicksale und Richterentscheidungen”, sowie Freitag, 1. Dezember, mit Kurt Schmidt über Ethik in der Medizin. Beginn jeweils um 20 Uhr.

Anne-Rose Dostalek

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