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1. Dezember 2006

Mission als Aufgabe

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Mit eiligen Schritten nähern wir uns dem Weihnachtsfest. Wieder bereiten wir uns darauf vor, die vertrauten Rituale, Geschichten und Gewohnheiten, die sich mit dem Weihnachtsfest verbinden, zu hören und zu feiern. Weihnachtsbaum und Lichterkranz, Plätzchenbacken und Adventslieder singen: Je kälter und härter das Leben in unserer Gesellschaft wird, umso spürbarer ist die Erwartung, an diesem Festtag ein wenig Geborgenheit und Harmonie zu finden. Dass sich mit diesen Sehnsüchten auch Geld machen lässt, ist hinlänglich bekannt und wird immer wieder kritisch diskutiert.

Aber nicht nur der materielle Aspekt des Festes ist zu hinterfragen. Wenn wir vergessen, dass Weihnachten mehr ist als ein individuelles Wohlfühl-Erlebnis, dann verfehlen wir den Sinn von Weihnachten. Von den Hirten in der Weihnachtsgeschichte wird berichtet, dass sie nach Bethlehem gehen und dort die Geschichte sehen, „die da geschehen ist“. Sie finden Maria und Josef und das Kind und erfahren, dass diese Geburt ein besonderes Zeichen Got­ tes ist. Der Heiland ist geboren, der allen Menschen Rettung und Heil bringen will! Und weiter wird erzählt, dass sie alles, was sie erlebt und gehört haben, weiterverbreiten, damit viele andere Menschen daran Anteil nehmen können und berührt werden von dem Ereignis. Wir würden das vielleicht als Mission bezeichnen. Und in der Tat ist eine der ernsten Fragen heute, ob wir diesem Auftrag noch gerecht werden, oder ob wir unseren Glauben zu einem privaten Konsumerlebnis verkümmern lassen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat unter dem Titel „Kirche der Freiheit“ ein wichtiges Diskussionspapier vorgelegt, mit dem sie die Kirche auf zukünftige Aufgaben vorbereiten will. Nicht umsonst stellt sie den Begriff der Mission an den Anfang: „Es ist für die evangelische Kirche ausgeschlossen, das Zeugnis von Jesus Christus zu verschweigen.“ Hätten die Hirten geschwiegen, so hätten wir heute keinen Grund, Weihnachten zu feiern. Da sie aber im Innersten bewegt waren, mussten sie es einfach weiter erzählen: Das Heil ist in die Welt gekommen durch ein Kind, das Gott ist!

Mission ist eine Aufgabe, die sich jedem Christen stellt, ja, mehr noch: Sie ist das Bedürfnis, andere teilhaben zu lassen an dem, was mich bewegt. So wird Weihnachten 2006 auch zu der Anfrage, ob wir uns von großer Freude bewegen lassen, anderen von unserem Glauben zu erzählen – zu missionieren also. Davon hängt die Zukunft unserer Kirche nicht unwesentlich ab.

Pfarrerin Esther Gebhardt, Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Dezember 2006 in der Rubrik Meinungen, erschienen in der Ausgabe .

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