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1. April 2007

Pröpstin Scherle für offene Kirchen

Wer außerhalb der Gottesdienstzeiten eine evangelische Kirche besuchen will, steht in der Regel vor verschlossenen Türen. Doch langsam beginnt sich etwas zu ändern. Dafür, dass mehr Kirchen auch wochentags für Besucherinnen und Besucher geöffnet sind, setzt sich vor allem die Pröpstin für Rhein-Main, Gabriele Scherle, ein. Die Evangelischen hätten die „Bedeutung des Ortes“ lange unterschätzt, sagte Scherle bei einer Veranstaltung zum Thema im „Zentrum Verkündigung“. Studien hätten belegt, dass neben besonderen Persönlichkeiten und außergewöhnlichen Lebenssituationen vor allem Gotteshäuser prägend für den Glauben vieler Menschen seien.

Deshalb plädiert Scherle dafür, noch einmal neu über die „Heiligkeit“ von Räumen nachzudenken – die es in der evangelischen Theologie, anders als in der katholischen Kirche, eigentlich nicht gibt. „Kirchen sind Gebäude, wo viele Gebete gesprochen, Versprechen gegeben, Segen empfangen wurden“, begründete Scherle im Gespräch mit „Evangelisches Frankfurt“ ihre Haltung. „Diese Träume und Sehnsüchte von Menschen, die vor uns in einer Kirche gebetet und geglaubt haben, erzeugen ein Kraftfeld, das man spüren kann. Wir sollten neu darüber nachdenken, was das für eine Bedeutung hat.“

In Frankfurt gibt es bereits einige Gemeinden, die ihre Kirchen nicht mehr nur am Sonntagmorgen aufschließen: Vor allem die auch touristisch interessanten Kirchen in der Innenstadt sind jeden Tag zugänglich. So hat die Alte Nikolaikirche am Römerberg immer von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Sommer sogar bis 20 Uhr. Bis zu tausend Menschen kämen täglich in die alte Kirche, sagt Pfarrer Jeffrey Myers, der hier für Stadtkirchenarbeit zuständig ist und auch organisiert, dass jederzeit ehrenamtliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort sind. Die Katharinenkirche an der Hauptwache hat montags bis freitags geöffnet, allerdings nur am Nachmittag, von 14 bis 17 Uhr.

Anders ist es in den Stadtteilen, wo nicht viele Touristinnen und Touristen unterwegs sind. Viele Gemeinden lassen hier ihre Kirchen geschlossen, vor allem aus Angst vor Vandalismus. Eine der wenigen Ausnahmen ist die Jakobskirche am Kirchplatz in Bockenheim. „Wir haben natürlich auch Angst, aber wir machen es trotzdem“, sagt Pfarrerin Ulrike Trautwein. „Wir haben alle ein Auge drauf, und wenn ich da bin, suche ich auch das Gespräch mit Leuten, die in die Kirche gehen.“ Möglich ist das, weil das Gemeindehaus direkt mit der Kirche verbunden ist. Vormittags sieht die Sekretärin, wer in die Kirche geht, nachmittags sind oft Veranstaltungen. Bislang suchen ohnehin nur vereinzelt Menschen die Kirche auf. „Es gibt ja evangelischerseits noch keine Kultur dafür, einfach so in die Kirche zu gehen. Ich würde mir durchaus wünschen, dass sich das verändert“, sagt Pfarrerin Trautwein.

Auch die Lutherkirche am Martin-Luther-Platz im Nordend ist täglich geöffnet, auch hier sind Gemeindehaus und Kirche im selben Gebäude integriert. An Wochentagen besuchen kann man zudem die Martinuskirche in Schwanheim sowie am späten Nachmittag die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in der Nordweststadt und die Kreuzkirche in Preungesheim. Andere Kirchen öffnen nur an bestimmten Tagen: Die Friedenskirche im Gallusviertel zum Beispiel ist freitags geöffnet, die Auferstehungskirche samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr, die Dreikönigskirche am Sachsenhäuser Ufer samstags von 12 bis 14 Uhr, die Matthäuskirche zu Messezeiten.

Antje Schrupp

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. April 2007 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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