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1. April 2007

Stadion-Kapelle höchstens für VIPs

Bei Spielen der Eintracht müssen die Fans draußen bleiben

Stolz waren die Kirchen auf das Projekt: Die neue Kapelle im Frankfurter Waldstadion sollte ein Ort sein, an dem neue Zielgruppen erreicht und angesprochen werden können. Doch wie sich jetzt herausstellt, hat die Sache einen kleinen Schönheitsfehler: Ausgerechnet bei Spielen der Frankfurter Eintracht bleibt die Kapelle geschlossen. Dies bestätigte Pfarrer Eugen Eckert auf Anfrage nach einem Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Eintracht Frankfurt AG, Heribert Bruchhagen. Zwar sei man bei der Eintracht freundlich und mit offenen Armen empfangen worden, aber an den Spieltagen könnten die sakralen Räume zunächst nicht geöffnet werden, so Eckert. Selbst Kirchenpräsident Peter Steinacker, der an den Verhandlungen teilnahm, konnte keinen Meinungsumschwung bei den Fußball-Verantwortlichen herbeiführen.

An Eintracht-Spieltagen nicht im Einsatz: Pfarrer Eugen Eckert darf die neue Kapelle im Waldstadion nur bei Spielen der Galaxy für die Fans öffnen. | Foto: Oeser

An Eintracht-Spieltagen nicht im Einsatz: Pfarrer Eugen Eckert darf die neue Kapelle im Waldstadion nur bei Spielen der Galaxy für die Fans öffnen.
Foto: Oeser

Die evangelische und katholische Kirche hatten in der Commerzbank-Arena für 100000 Euro einen Raum als Kapelle herrichten lassen und im Januar feierlich eröffnet. Aus „Sicherheitsgründen“ soll die Kapelle aber ausgerechnet an Spieltagen für die Fußballfans verschlossen bleiben. Dies sei in Berlin und auf Schalke, den beiden anderen deutschen Stadien, die Kapellen haben, auch so. Eugen Eckert, der mit halber Stelle die Funktion eines Stadionpfarrers ausübt, hofft aber, dass zumindest für die Mannschaften und womöglich auch für den VIP-Bereich die Kapelle an den Spieltagen geöffnet werden kann. Jedenfalls will man darüber noch einmal reden.

Immerhin bei den Football-Spielen von Frankfurt Galaxy kann der Besuch der Kapelle im Bauch des Stadions beim „Event für die ganze Familie“ dazu gehören, versichert Eckert. Am Eingangsschalter können sich Interessierte ein kostenloses „Church-Ticket“ geben lassen. Mit diesem gelangt man dann zur Kapelle. Dort wird jeweils zwei Stunden vor Spielbeginn eine Andacht stattfinden, bei Bedarf auch häufiger.

Ungewöhnlich und neu ist die Verabredung, gemeinsam mit der Galaxy eine Stadionkollekte einzuführen. „An jedem Spieltag wird für ein gemeinsam verabredetes Projekt eine Spende erhoben“, erzählt Eckert. Am Ostermontag etwa für die Kinderhospizstiftung. Der Stadion-Pfarrer hofft, ethische Fragen rund um den Sport mit Interessierten zu diskutieren. Fairness, Foul, Gesundheit oder Sieg und Niederlage sind einige Themen, die Eckert nicht nur mit Konfirmandengruppen erörtern will, die die Kapelle im Stadion besuchen können.

Erreichen kann man Eckert unter der – zugegeben etwas gewöhnungsbedürftigen – E-Mail-Adresse: kirche@commerzbank-arena.de.

Kurt-Helmuth Eimuth

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. April 2007 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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