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1. Mai 2007

„Frankfurt braucht schöne Moscheen“

p(einleitung). Integrationsdezernent Diallo für mehr Sichtbarkeit der Religionen

„Wenn jemand fragt, ob wir in Frankfurt Moscheen brauchen, dann sage ich definitiv Ja, und zwar schöne Moscheen“ – für eine größere Sichtbarkeit des Islam im Stadtbild hat sich Integrations­ dezernent Jean Claude Diallo bei einer Podiumsdiskussion zum Auftakt der christlich-islamischen Woche der Begegnung eingesetzt. „So etwas gehört einfach in unsere Stadt, und wir müssen Menschen, die damit Probleme haben, davon überzeugen, dass diese Entwicklung zum Wohle unserer Stadt ist.“

Dass die Integration keine „Einbahnstraße“ sei, bei der sich nur die Fremden anpassen müssen, sondern ein Prozess, in dem auch die Mehrheitsgesellschaft sich verändert, darüber herrschte Einigkeit beim Podium zum Thema „Religion und Integration – Perspektiven für das Zusammenleben.“ Dieser Prozess vollziehe sich in kleinen Schritten, betonte Naime Cakir, Frauen- und Interreligiöse Beauftragte der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen. „Ich kenne keine muslimische Gemeinde, die nicht inzwischen im christlich-muslimischen Dialog engagiert ist“, so Cakir, auf politischer Ebene müsse nun auch ein Prozess der gleichberechtigten Anerkennung des Islam einsetzen. Dazu gehöre es auch, dass muslimische Symbole öffentlich sichtbar und anerkannt würden.
Dass ein solcher Prozess in den Stadtteilen oft mühsam und schwierig ist, schilderte Eva Triantafillidou, Leiterin des Präventionsrates im Gallus. Entscheidend sei die Pflege persönlicher Beziehungen, etwa zu den Verantwortlichen in den Moscheegemeinden.

„Auf der Ebene einer bestimmten Szene sind schon viele Fortschritte gemacht worden“, betonte Gabriele Scherle, evangelische Pröpstin für Rhein-Main, „aber in beiden Religionsgemeinschaften gibt es noch große Gruppen, die wenig von der jeweils anderen Religion wissen und große Ängste haben.“ Eine zentrale Bedeutung für die Integration komme der Bildung zu. In Kindertagesstätten und Schulen werde wertvolles Wissen über die jeweils andere Religion vermittelt und Respekt voreinander eingeübt. Auf kritische Nachfragen, warum in evangelischen Kindertagesstätten trotz eines oft hohen Anteils muslimischer Kinder nur christliche Er­ zieherinnen eingesetzt würden, bekräftigte Scherle die Notwendigkeit eines eigenen konfessionellen Profils. Sie unterstütze aber klar die Anstellung muslimischer Erzieherinnen in evangelischen Kitas, wenn es dafür ein durchdachtes religionspädagogisches Konzept gebe.

Für mehr „Gelassenheit“ in der Debatte plädierte Mohamed La­ abdallaoui, der Unternehmen in Hinsicht auf interkulturelle Kompetenz berät. Der Veränderungsprozess hin zu einer multireligiösen Gesellschaft sei nachhaltig und unaufhaltsam, jetzt komme es darauf an, dass die Politik diesen Prozess nicht blockiere, sondern unterstütze. Eine Chance, sich im Dialog mit dem Islam des eigenen Glaubens zu vergewissern, sah Christian Hefter, Vorsitzender der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken. „Ich kann einen sinnvollen Dialog nur führen, wenn ich einen eigenen Standpunkt habe.“

p(autor). Antje Schrupp

p(hinweis). Siehe auch: „Und wieder ist das Kopftuch im Bild“:http://evangelischesfrankfurt.de/2007/07/und-wieder-ist-das-kopftuch-im-bild,
„Minarette in der Skyline“:http://evangelischesfrankfurt.de/2007/07/minarette-in-der-skyline

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Mai 2007 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Kommentare zu diesem Artikel

  • Asma bint Marwan schrieb am 14. Mai 2007

    Frankfurt braucht schöne Moscheen

    Statt dafür zu sorgen, dass nicht mehr die Leute in Scharen aus der EKD austreten bzw. die schönen alten Kirchen in Deutschland nicht geschlossen werden müssen, setzt sich die EKD für den Neubau von Moscheen ein und der Ausbreitung einer Religion, die überall auf der Welt Christen verfolgt und das Christentum in seiner ursprünglichen Heimat vernichtet hat.

  • lothar schiel schrieb am 14. Mai 2007

    Die evangelische Kirche als Totengräber des christlichen Abendlandes!
    Gute Nacht Deutschland, Gute Nacht Europa….

  • Daniel Oehler schrieb am 22. Mai 2007

    Frankfurt braucht bescheidenere Islam-Vertreter.
    In dem Artikel fordern Moslems mehr öffentliche Präsenz des Islam. Von kritischen Fragen oder Bedenken der Evangelischen ist keine Rede. Stattdessen heist es, daß die Mehrheitsgesellschaft sich zu ändern habe. Das halte ich für eine unmögliche Anmaßung. Ich habe selbst viele Jahre im Ausland gelebt, aber niemals von meinen Gastgebern verlangt, daß sie ihr Land an meine religiös-kulturellen Vorstellungen anpassen sollten.
    Überhaupt, was bedeutet mehr Präsenz des Islam? Etwa im Sinne von Murad W Hofmann’s Büchlein „Islam und der Westen“, das auf die 3. Generation als dynamische, opferbereite und missionierende Muslime setzt, wobei Gewalttätigkeit als normal gilt (Zitat S.28: „pflegen sie ihr Anderssein mit Stolz, bilden Banden“)?
    Ich bin strikt gegen französische oder Berliner Verhältnisse. Wir Christen sollten den Moslems den christlichen Glauben bekennen, die antichristlichen Aussagen im Koran zurückweisen und das inakzeptable Ausmaß der Gewalt von Moslems zur Sprache bringen. Die Not der Mitchristen in islamischen Ländern sollte uns wichtiger sein, als ein Dialog mit Vertretern einer Religion, die bewußt christliche Lehren ablehnt.

  • Almut Schmidt schrieb am 15. Juni 2007

    Der Artikel auf der ersten Seite Ihres ansonsten von mir sehr geschätzten Blattes hat mich entsetzt und fassungslos gemacht. Ich kann nicht glauben, dass Herr Diallo als Integrationsdezernent für „schöne und sichtbare Moscheen“ wirbt. Wir brauchen hierzulande keine weitere Anbiederung an die muslimische Minderheit. Es handelt sich hier nämlich nicht um Integration, sondern um hochexplosiven sozialen Sprengstoff. Schlimmer noch ist, dass sogar die Pröpstin Scherle der Anstellung muslimischer Erzieherinnen in evangelischen Kindergärten zustimmt – also ist nicht mehr evangelisch drin, wo evangelisch draufsteht? In Zeiten verfallender Kirchenhäuser und sinkender Mitgliederzahlen sollte sich die Evangelische Kirche wohl erstmal mit ihren eigenen Problemen auseinandersetzen – anstatt in vorauseilendem Gehorsam dem Druck der Muslime nachzugeben.

  • Elisabeth Haase schrieb am 15. Juni 2007

    Was nützt Multikulti? Rein gar nichts! Es gibt nur einen Weg zum Vater, und das ist der Weg und die Tür „Jesus Christus“. Wer einen anderen Weg nimmt, ist ein Dieb, ein Räuber. So steht es in Gottes Wort.

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