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1. Mai 2007

Kinder brauchen mehr als Schule

p(einleitung). Mattis: Ganztagsschule darf Bildung nicht einseitig verstehen

Ganztagsschulen sind im Trend – und dadurch verändert sich die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Das ist auch eine Herausforderung für die evangelische Kirche, die traditionell oft an Nachmittagen Gruppen und Veranstaltungen für diese Altersgruppe anbietet. Schon jetzt setzt die evangelische Jugendarbeit auch auf Kooperationen mit Schulen. Nach Ansicht von Stadtjugendpfarrer Jürgen Mattis kommt es beim Ausbau von Ganztagsschulen darauf an, dass nicht der ganze Tag der Kinder und Jugendlichen „verschult“ wird, sondern dass weiterhin „Freiräume bleiben, in denen sie Lebenskompetenz ein­ üben und soziale Verantwortung als mündige Bürger einer Demokratie lernen können.“

Ein gelungenes Beispiel sei die Friedrich-Stoltze-Hauptschule nahe der Konstablerwache. Hier können die Jugendlichen aus 35 Herkunftsstaaten nach dem Unterricht Mittag essen, betreute Hausaufgaben machen und danach zwischen verschiedenen Sport-, Spiel-, Technik- und Kreativitätsmöglichkeiten wählen.

Träger der pädagogischen Nachmittagsbetreuung ist der Evangelische Verein für Jugendsozialarbeit. „Diese Art Ganztagsschule entspricht einem ganzheitlichen Bildungs­ begriff der evangelischen Kirche“, erklärt der Stadtjugendpfarrer. „Hier wird die Schule zu einer Lebenswelt, in der nicht nur kog­ nitives, sondern auch soziales und kulturelles Lernen die Atmosphäre bestimmen: Gesunde Er­ nährung und Sport treiben, sich selbst organisieren, kommunikative Fähigkeiten entwickeln.“ Jürgen Mattis hofft, dass das Kooperationsprojekt, mit dem die Schule 2005 den Friedens­ preis der Frankfurter Schulen gewann, dauerhaft finanziert und weiterentwickelt werden kann.

Der Bedarf an einer Kombination aus schulischem und weniger formalem Lernen besteht aber keineswegs nur an Hauptschulen, sondern genauso an Gymnasien. Seit diesem Schuljahr hat sich die Gymnasialzeit in Hessen von neun auf acht Schuljahre verkürzt. Weil der gleiche Schulstoff in kürzerer Zeit bewältigt werden muss, entwickeln sich auch die Gymnasien immer mehr zu Ganztagsschulen. Schon in der siebten und achten Klasse dauern die Schultage bis drei oder vier Uhr nachmittags. Nach den Hausaufgaben treiben viele Schülerinnen und Schüler noch Sport oder haben Musikunterricht. Für ehrenamtliche Arbeit in der Kirche oder im Verein bleibt da kaum noch Zeit. „Jugendliche, die eine Kindergruppe leiten, oder Studenten, die eine Ferienfreizeit begleiten, machen in der Kinder- und Jugendarbeit Erfahrungen, die Schule und Uni nicht bieten können“, ist Mattis überzeugt. „Sie übernehmen Projektverantwortung und entwickeln Selbst­ bewusstsein. Auch das ist ein wesentlicher Bestandteil von Bil­ dung, der zur Zeit wegbricht. Das sehe ich sehr kritisch.“

Damit kirchliche Kinder- und Jugendarbeit auch in Zukunft weiter stattfinden kann, müssten Freiräume für Kinder und Jugendliche vorhanden sein. Mattis hofft, dass sich etwa der Freitagabend für offene Jugendtreffs in den Kirchengemeinden etablieren lässt. „Jugendliche brauchen Gegenwelten zur Schule, in denen sie andere Erfahrungen machen und eine Jugendkultur entwickeln können. Wenn ihnen diese Zeit und dieser Raum genommen wird, wird die Zahl der Schulverweigerer und derer, die nicht mithalten können, steigen.“ Außerdem müssten für die achten Klassen Nachmittage in der Woche schulfrei bleiben, damit Jugendliche zum Konfirmandenunterricht kommen könnten.

p(autor). Stephanie von Selchow

h3. „Elternfreie“ Zeit in den Sommerferien

In Deutschland und in vielen Ländern Europas können Kinder und Jugendliche von sieben bis zwanzig Jahren mit dem Reiseanbieter „hin und weg – Evangelische Jugendreisen“ in den Sommerferien auf Tour gehen. 17 verschiedene Ziele stehen auf dem Programm. Für Kinder von 10 bis 13 Jahren zum Beispiel bietet sich das Haus „Warwisch“ bei Hamburg als Sommerresidenz an. Im näher gelegenen Spessart findet die traditionelle „Zwergenfreizeit“ für Kinder von 7 bis 9 Jahren statt. Für Teenies ab 13 Jahren wird unter anderem ein Segeltörn mit einem Dreimastschoner auf dem Ijsselmeer veranstaltet.Gleich drei Reisen für Jugendliche bietet „hin und weg“ nach Italien an. Frankfurter Familien, die nicht in der Lage sind, den Teilnahmebeitrag zu bezahlen, können einen Zuschuss beantragen. Informationen und Anmeldungen unter Telefon 95914923, E-Mail: „hinundweg@ejuf.de“:mailto:hinundweg@ejuf.de, „www.ejuf.de/hinundweg“:http://www.ejuf.de/hinundweg/.

Auch das Evangelische Jugendwerk veranstaltet in den Ferien Sommerreisen, Informationen unter „www.ejw.de“:http://www.ejw.de/.

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Mai 2007 in der Rubrik Ethik, erschienen in der Ausgabe .

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