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1. Mai 2007

„War Jesus vor den Dinosauriern?“

p(einleitung). Die Evangelische Stadtakademie erweitert ihr Konzept: In Zukunft soll es am Römerberg 9 nicht nur Bildungsangebote für Erwachsene, sondern auch für Kinder geben. Die erste „Kinderakademie“ im April beschäftigte sich mit dem Thema „Zeit“.

„Kinder“, sagt Ute Knie, Leiterin der Evangelischen Stadtakademie, „erleben Zeit anders als Erwachsene. „Am prägendsten ist für sie die Gegenwart, das Hier und Jetzt. Bei Vergangenheit denken sie an ihre Eltern, Großeltern, an Dinosaurier oder Jesus, oft zusammengenommen in einem großen ‚Früher’. Die Zukunft ist für Kinder eine unentdeckte Phase des Wünschens.“

!(kasten)2007/05/seite09_mitte.jpg(Sie sind noch nicht in der Schule, halten aber schon die erste Urkunde einer Akademie in den Händen: Pfarrerin Ute Knie, die Leiterin der Evangelischen Stadtakademie und Initiatorin der Kinder-Akademie, überreichte ihren kleinen Akademiebesucherinnen und Akademiebesuchern zum Abschluss eine Urkunde, die diese sichtlich stolz in Empfang nahmen. | Foto: Eimuth)!

Die Dimensionen der Zeit zum Bildungserlebnis für Kinder werden zu lassen, schienen ihr und Magdalena Lagemann, Fachberaterin für Kindertagesstätten beim Diakonischen Werk für Frankfurt, deshalb lohnend. Eingeladen wurden 32 Vorschulkinder und ihre Erzieherinnen aus den Kindergärten der Epiphanias-, der Pauls- und der Gethsemanegemeinde. Zum Teil blieben die Kinder während der Akademie mit ihrer Kindergartengruppe zusammen, zum Teil kamen sie mit den Kindern aus den anderen Gruppen zusammen – eine erste Vorbereitung auf die Schule, die nach den Sommerferien als nächster großer Zukunftsabschnitt für die meisten beginnt.
Jeder Tag begann mit einem Begrüßungsritual, einer kleinen Liturgie, einem Gebet und einem Lied. Nach der ruhigen Einstimmung ging es auf „Zeitsuche“.

Die Kinder malten, sangen, tanzten oder hörten und erzählten biblische Geschichten. „Zeit wurde sinnlich erfahrbar“, erzählt Magdalena Lagemann. „Mal bewusst einen Schritt vor, einen zurückgehen, eine mittelalterli-che Ritterburg malen oder dem Schlagen des Metronoms lauschen – so können Kinder begreifen, was Zeit ist.“ Die Fünf- und Sechsjährigen durften ihrer Neugier folgen und auf Entdeckungsreise gehen. „Wenn man auf ihren Forscherdrang vertraut, Materialien und Raum zur Verfügung stellt und immer mal wieder einen kleinen Anreiz gibt, kommt et­ was Tolles dabei heraus“, er­ klärt Claudia Horn, Leiterin des Epiphanias-Kindergartens. „Gerade Vorschulkinder sind besonders neugierig und wissensdurstig. Wir Erzieherinnen verstehen uns im Rahmen der Akademie als Begleiterinnen und geben nichts vor.“

Nachmittags standen „Zeitreisen“ in verschiedene Museen auf dem Programm: Im Bibelmuseum bestieg eine Gruppe ein nachgebautes Fischerboot vom See Genezareth, im Liebieghaus ging es um die Römerzeit, und im Historischen Museum konnten die Kinder sogar eine Kaiserkrönung im Frankfurter Dom nachspielen. Zum Abschluss führten einige Kinder der Paulsgemeinde die anderen noch durch „ihre“ Alte Nikolaikirche auf dem Römerberg. Dann wurden die Ergebnisse den Eltern präsentiert, und jedes Kind bekam eine Urkunde. „Jetzt wollen wir unsere erste Kinderakademie auswerten“, sagt Ute Knie. „Bildung ist ein reformatorisches Grundprinzip. In der Stadtakademie sollen Kinder sie als aufregenden Prozess erleben dürfen.“

p(autor). Stephanie von Selchow

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Mai 2007 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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