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1. Juli 2007

„Die Dosis macht das Gift“

p(einleitung). Frauenforum über das Zusammenspiel von Körper und Seele

„Jeder von uns war schon einmal psychosomatisch krank.“ Gudrun Schopf, Leiterin des Pflegebereichs Psychosomatik im Hospital zum Heiligen Geist, lässt ihre Worte einen Moment nachklingen, bevor sie weiter spricht. Die rund vierzig Teilnehmerinnen des Frauenforums in der Dreikönigskirche sind oft selbst Helfende für Mitmenschen in Not, sie versorgen kranke Angehörige, helfen in der Gemeinde oder Nachbarschaft. Den Blick auf sich zu richten und potenziell selbst betroffen zu sein, ist für sie zunächst überraschend.
Gudrun Schopf, die an diesem Abend zusammen mit ihrer Kollegin Ursel Klepser über das Thema „Körper und Seele gehören zusammen“ referiert, spürt die Stille, die ihre Worte ausgelöst haben, und erklärt: „Durchfall, Kopfschmerzen, eine Grippe, die nicht aufhören will – all das haben viele von uns wahrscheinlich schon einmal vor Prüfungen oder in Trauerphasen kennen gelernt. Vieles können wir ohne professionelle Hilfe überstehen.“

Wenn aber ein Übermaß außergewöhnlicher Belastung erreicht ist, könne die normale psychosomatische Reaktion so stark sein, dass externe Hilfe erforderlich wird, so die erfahrene Krankenschwester. „Die Dosis macht das Gift“, betont Gudrun Schopf, die auch einen Ratgeber über den Umgang mit Borderline-Patienten veröffentlicht hat. Wie aber weiß man, wann diese Grenze erreicht ist? Oft reichen, so Schopf, drei bis fünf Gespräche, etwa mit dem Hausarzt oder einer Psychologin, um den eigenen Standort zu klären. Hier könne abgewogen werden, ob seelische oder soziale Faktoren zu den Gründen für eine Erkrankung gehören und welche Form der Behandlung sinnvoll ist.

„Gerade für Frauen ist es oft wichtig, einmal selbst versorgt zu werden“, erklärt Ursel Klepser, die seit zehn Jahren ebenfalls im Hospital zum Heiligen Geist tätig ist. In dieser psychosomatischen Klinik gibt es heute 31 Betten für die vollstationäre Behandlung und 10 Tagesklinikplätze. „Die Aus-Zeit ist oft sehr hilfreich“, betont Gudrun Schopf. „Selbst diejenigen, die sich vor der Zusammenarbeit in Gruppen scheuen, entdecken, dass es hilft, Erlebnisse und Gefühle mitzuteilen und das Zusammenspiel von Körper und Seele an sich selbst und bei anderen wahrzunehmen“. Hier erlernte Achtsamkeitsübungen seien zudem im Alltag später eine große Hilfe, innezuhalten, robuster zu werden und belastende Dinge zurückschieben zu können.

p(autor). Andrea Pollmeier

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Juli 2007 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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