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1. Juli 2007

Gemeinde im Herzen der Stadt

Die zweitälteste Gemeinde in Frankfurt – vom Altersdurchschnitt der Mitglieder her – hat einen der jüngsten Laienvorsitzenden im Kirchenvorstand: Markus Valk, 39 Jahre, will in der Paulsgemeinde die Türen offen halten, auch zwischen den Generationen.

Die Tür der Alten Nikolaikirche gegenüber dem Römer ist für Besucherinnen und Besucher an 365 Tagen im Jahr geöffnet, „denn Gastfreundschaft ist unser Schwerpunkt“, betont Valk. Und das nicht erst, seitdem es offiziell „Stadtkirchenarbeit“ gibt: Schon der Gemeindebrief vom Oktober 1956 informierte über tägliche Öffnungszeiten der Kirche.

!(kasten)2007/07/seite08_unten.jpg(Auch wenn die Paulsgemeinde in der Frankfurter Innenstadt eine der Gemeinden mit dem höchsten Altersdurchschnitt ist, ist die Alte Nikolaikirche auf dem Römerberg immer wieder auch ein Anziehungspunkt für Kinder: Hier bauen sie beim Familiengottesdienst die Landschaft nach, die im Psalm 23 beschrieben wird. | Foto: Rolf Oeser)!

Aus dieser Position heraus mischt die Gemeinde sich ein bei Themen der Stadtgesellschaft, will auch Sprachrohr sein für die Menschen, die hier wohnen, arbeiten oder zu Gast sind, wenn es um aktuelle Fragen der Altstadtbebauung geht: „Wir können bei diesen Themen gut mitreden, weil wir hier wohnen und uns auskennen“, sagt Valk.

Freundlich zu sein zu den Gästen, auch zu denen, die während des Gottesdienstes die Kirche besichtigen wollen, ist nicht immer leicht. Die Menschen, die kommen, finden hier nicht nur einen Ort der Ruhe und Besinnung. Sie begegnen auch Wegbegleitern aus der Gemeinde, die da sind für ein Seelsorgegespräch oder ganz praktische Fragen. Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers kann sie beantworten, sie ist seit 19 Jahren Pfarrerin der Paulsgemeinde. „Wir haben mit allem zu tun, was auf dem Römerberg stattfindet: Die Fußball-Weltmeisterschaft, die Parade der Kulturen, der Weihnachtsmarkt, die Demo gegen Rechts des Römerbergbündnisses oder der Christopher-Street-Day. Ob wir uns da einbringen, und sei es nur, indem wir Strom zur Verfügung stellen, oder ob wir uns abgrenzen müssen, das muss jedes Mal der Kirchenvorstand entscheiden.“

Auf den Namen „Paulsgemeinde“ legt man großen Wert. Die Gemeinde weiß sich der Tradition der Paulskirche verbunden, denn bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war die Paulskirche ihr Gotteshaus. Erst seit der Wiederherstellung 1949 nach der Zerstörung im Krieg ist die im 12. Jahrhundert erbaute Alte Nikolaikirche, die im 15. Jahrhundert zum Mittelpunkt der städtischen Almosenpflege wurde, die Gemeinde­ kirche, wäh­ rend die Paulskirche seither von der Stadt Frankfurt genutzt wird.

Die Alte Nikolaikirche ist der Mittelpunkt des Gemeindelebens mit Gottesdiensten, Andachten und Kirchenmusik. Mit sonntäglich zwei Gottesdiensten, einem mit Abendmahl und einem Krabbel-, Familien- oder thematischen Gottesdienst, sowie der Abendkirche an Freitagen im Sommer und in der Adventszeit öffnet die Gemeinde sich und ihre Türen für die unterschiedlichen Bedürfnisse. Unterstützt wird sie dabei von der Stadtkirchenarbeit.

In den letzten Jahren wächst die St. Paulsgemeinde wieder: Junge Familien lassen sich zupfarren, eine bewusste Entscheidung für diese Gemeinde. Zur Arbeit gehören darum auch Kirchenführungen für Kinder, die Pfarrerin Braunberger-Myers leitet, ein Kindergarten mit 40 Plätzen, Bibel- und Handarbeitskreis, Konfirmandenarbeit sowie einmal monatlich das ökumenische Friedensgebet. Seit über 100 Jahren besteht der ökumenische Austausch mit der Alt-Katholischen Gemeinde, seit über 30 Jahren teilt die Paulsgemeinde ihre Räume mit der Indonesischen Kristusgemeinde Rhein-Main. Offene Türen eben im Herzen der Stadt.

p(autor). Gunda Höppner

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Juli 2007 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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