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1. Juli 2007

Im Alter noch einmal Neues lernen

Sie sind 48, 66 oder über 80 Jahre alt. Sie haben früher schon einmal studiert oder jahrelang im selben Berufsfeld gearbeitet und möchten jetzt anderen geistigen Interessen nachgehen. „Als ich pensioniert wurde und bald da­ rauf mein Mann starb, bin ich erstmal in ein Loch gefallen“, erzählt Einzelhandelskauffrau Helga Winterstein, 84 Jahre alt. „Aber dann habe ich in der Zeitung von der U3L, der „Universität des dritten Lebensalters“, gelesen und mich schon bald eingeschrieben. Das hat mir eine neue geistige Welt eröffnet. Sie hat meinen Alltag neu strukturiert und mich mit vielen interessanten und netten Leuten zusammengebracht.“

Helga Winterstein interessierte sich vor allem für Gerontologie, die Wissenschaft vom Alter. Sie wollte wissen, „was im Alter auf mich zukommt“. Sie ist Gründungsmitglied des „Büro Aktiv“, das die Vermittlung ehrenamtlicher Tätigkeiten in Frankfurt organisiert. Gerontologie ist ein Schwerpunkt an der Universität, Fächer wie Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Geschichte oder Philosophie sind bei älteren Studierenden ebenfalls beliebt. Auch in anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung gibt es vielfältige Möglichkeiten für ältere Menschen, den eigenen Horizont zu erweitern.

Otto Triebel, seit 47 Jahren im Kirchenvorstand der Nicolai-Gemeinde im Ostend, hat im Alter von 65 wieder angefangen zu studieren. „In meinem Beruf und bei meinen Ehrenämtern ging und geht es immer um Geld und Finanzen“, sagt der 79-Jährige. „Ich wollte in meinem Fach auf der Höhe der Zeit bleiben, aber auch über den Tellerrand hinausgucken. Deshalb habe ich erst Wirtschaftswissenschaften, später dann Geschichte und Theologie belegt.“

„Heutzutage sind ältere Menschen mit Berufs- und Lebenserfahrung keine Randgruppe mehr, sondern ein großer Teil der ge­ staltenden Gesellschaft“, unterstreicht Barbara Hedtmann von der evangelischen Arbeitsstelle für ältere Erwachsene. „Viele erweitern an der Universität, bei Vorträgen oder anderswo ihren Horizont und arbeiten ehrenamtlich. Das ist eine sehr sinnvolle Art, die letzten dreißig bis vierzig Jahre seines Lebens zu ge­ stalten.“

p(autor). Stephanie von Selchow

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Juli 2007 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe .

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