Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke

E-Mail

E-Mail

Über jeden neuen Beitrag informieren wir Sie mit einer Nachricht per Mail.

Aktuell

1. November 2007

Reklame an Kirche umstritten

p(einleitung). Zur Automobilausstellung prangte ein Plakat an der Matthäuskirche

Ein koreanischer Automobilkonzern warb zur Internationalen Automobilausstellung mit einem Großplakat an der Kirchenmauer der Matthäuskirche. Dabei versteht sich diese Kirche, zwischen Hauptbahnhof und Messe gelegen, eigentlich als Gegenpol zu den sie umgebenden Banken-Symbolen von Macht und Geld.

Es war nicht die erste Werbung an einer Kirche in Frankfurt. Den Dom, dessen Turm während der Renovierung dick eingerüstet und in Baustellenfolie verpackt war, zierte seinerzeit ebenfalls weithin sichtbar eine Autowerbung. Da wie dort ging es ums Geld: Die Stadt, die als Eigentümerin für die Dom-Werbung verantwortlich war, mochte auf die finanzielle Unterstützung ebenso wenig verzichten wie nun die Hoffnungsgemeinde. Von den Werbeeinnahmen an der Kirche, immerhin 10000 Euro für zwei Wochen, solle der Küster bezahlt werden, so Pfarrer Johannes Herrmann, der auch Vorsitzender des Kirchenvorstandes ist. Und fügt mit Blick auf seinen Etat hinzu: „Uns steht das Wasser bis zum Hals.“

!(rechts)2007/11/seite01_unten.jpg(Umstritten: Plakatwerbung an der Matthäuskirche. | Foto: Rolf Oeser)!

Die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, hat allerdings große Bedenken, eine Kirche als Plakat- und Werbefläche zu nutzen: „Schließlich ist eine Kirche ein Ort der Gottesbegegnung und keine Litfass-Säule.“

Ein öffentliches Bekenntnis legte die Hoffnungsgemeinde trotz aller Werbefreundlichkeit ab, Greenpeace durfte ganz ohne finanzielle Gegenleistung ein Plakat am Kirchengemäuer aufhängen, etwas höher und kleiner. „IAA – Klimaschweine“ war da zu lesen. Nicht gerade feine Sprache, aber für Johannes Herrmann inhaltlich korrekt: „Jeder Mensch, der die Umwelt unnötig verpestet, ist ein Umweltschwein“, bekräftigt der Pfarrer. Dem werbenden Automobilkonzern gegenüber habe man kein schlechtes Gewissen: „Die wussten das,“ so Herrmann.

Mit dem Ende der IAA ist das Thema Werbung an der Matthäuskirche keineswegs abgeschlossen. Es gibt nämlich bereits eine weitere Anfrage für ein Großplakat, das ein Jahr lang die Matthäuskirche zieren könnte – die erwarteten Einnahmen lägen im sechsstelligen Bereich. Der Kirchenvorstand wird demnächst entscheiden.

p(autor). Kurt-Helmuth Eimuth

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. November 2007 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

Artikel teilen: E-Mail Facebook Twitter Google+

Meistgelesene Artikel

Kommentare zu diesem Artikel

  • Peter Vogel schrieb am 14. November 2007

    Die Kirche muss sparen, die Kirche braucht Geld – so hört man doch landauf und landab. Da finde ich es legitim, dass auch mal eine Plakatwerbung „gegen Bares“ an einer Kirche angebracht wird. Es war Werbung für einen Automobilkonzern und nicht etwa für etwas Unanständiges. Ich finde es von Pfarrer Herrmann ganz toll, dass mit der so eingenommenen großen Summe der Küster bezahlt werden soll – ein gutes Werk also. Mir als Christ bereitet diese Plakatierung keine Magenbeschwerden. Mich hat auch der verpackte Turm des Frankfurter Dom nicht gestört – können doch so die gesparten und durch Werbung eingenommenen Gelder für soziale Zwecke genutzt werden. Und da besteht ja immer dringender Bedarf.

Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, Kommentare werden vor der Veröffentlichung freigeschaltet.