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Von – 1. Dezember 2007

Böse Geister vertreiben

Das Kirchenjahr beginnt nicht am 1. Januar, sondern am Ersten Advent mit der sehnsüchtigen Erwartung der Menschwerdung des Heilandes. Es endet in der Woche des Toten- beziehungsweise Ewigkeitssonntags mit der Erwartung von Jesu Christi Wiederkunft und der Verwirklichung seines Reiches.

Anders der weltliche Jahreswechsel, der mitten in die Weihnachtszeit fällt, und dessen Brauchtum vor allem an Silvester offensichtlich so stark war und ist, dass die Kirche ihn nicht ignorieren kann. Benannt ist der letzte Tag des Jahres nach dem römischen Bischof Silvester I., der am 31. Dezember 335 starb. Erst im Jahr 1582 ist dieser Tag auch der letzte des Jahres geworden, parallel zur Umstellung auf den Gregorianischen Kalender. Bis dahin hatte das neue Jahr in unseren Breiten mit Christi Geburt am 25. Dezember begonnen.

Gefeiert wurde das Jahresende aber schon viel früher von den Germanen und den Römern. Feuerwerk und Böllerkrachen entstammen heidnischem Brauchtum und sollten die bösen Geister da-ran hindern, mit ins neue Jahr zu kommen. Heute sind sie zusammen mit feucht-fröhlichen Abendveranstaltungen eher Ausdruck der Vorfreude auf das neue Jahr.

Die Kirche tut sich nicht immer leicht mit der Feier des „Altjahrsabends“. Einerseits unterbrechen viele Gottesdienste zum Jahresschluss mit ihrem ernsten Charakter die Weihnachtsfreude, indem sie das vergehende Jahr bilanzieren und die „bösen Geister“ beim Namen nennen, die das Leben schwer gemacht haben. In den Liedern spiegelt sich die Gewissheit, dass Gott die Seinen „durch Zittern und durch Zagen“ hindurch trägt wie „treue Mütter“ ihre Kinder: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag“. Andererseits können sich die Christen der allgemein gehobenen Stimmung nicht entziehen und interpretieren den hellen und lauten nächtlichen Neujahrsjubel als Feier des Sieges Jesu über jene „Geister“ – oft allerdings mit schlechtem Gewissen, weil das in Feuerwerk und Böller investierte Geld ja tatsächlich helfen könnte, die dunklen Mächte – allen voran den Hunger in der Welt – zu vertreiben.

 

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. Dezember 2007 in der Rubrik Gott & Glauben, erschienen in der Ausgabe .

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Wilfried Steller ist Theologischer Redakteur von "Evangelisches Frankfurt" und Pfarrer in Frankfurt-Fechenheim.

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