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1. Dezember 2007

Essensgutscheine zwischen Bankentürmen

In der „Kaffeestube Gutleut“, direkt neben der Gutleutkirche in der Nähe des Baseler Platzes, werden wohnsitzlose und arme Menschen jeden Mittag gut bewirtet: Für 2,50 Euro oder einen gespendeten Gutschein serviert eine Kellnerin ein Menu mit Suppe, Hauptgericht und Nachspeise; bis 17 Uhr gibt es Kaffee und Tee.

Die Restaurant-Stube der Hoffnungsgemeinde ist seit über 15 Jahren eine feste Anlaufstelle, auch für Arbeitslose und ältere Menschen mit wenig Rente: Jeden Tag kommen zwischen 70 und 80 Gäste, um zu essen und um nicht alleine zu sein. „Hier werden alle mit Würde behandelt, auch wenn sie kein Geld haben oder kein Dach über dem Kopf“, sagt Johannes Herrmann, der seit 18 Jahren Pfarrer in der Hoffnungsgemeinde im Bahnhofsviertel ist.

!(kasten)2007/12/seite08_unten.jpg(Pfarrer Johannes Hermann mit Gästen in der „Kaffeestube Gutleut“. Jeden Mittag bekommen hier wohnsitzlose und arme Menschen ein Menü. „Barmherzigkeit ist trotz aller Hilfe zur Selbsthilfe wichtig“, ist Hermann überzeugt. | Foto: Rolf Oeser)!

Die Gemeinde kümmert sich auch um die Finanzierung und Organisation der Winterspeisung, die in der kalten Jahreszeit jeden Mittag für Wohnsitzlose und Arme ausgegeben wird: Im Januar in der Katharinenkirche an der Hauptwache, im Februar in der Weißfrauen-Diakoniekirche im Bahnhofsviertel. „Das ist ein Stück Barmherzigkeit“, sagt Herrmann, „das trotz aller Hilfe zur Selbsthilfe wichtig bleibt.“ Ebenso wichtig sind ihm Besuche im Johanna-Kirchner-Altenhilfe-Zentrum am Ende der Gutleutstraße stadtauswärts: „Dort wohnen viele alte und pflegebedürftige Menschen, die niemanden mehr haben.“ Zur Hoffnungsgemeinde gehören aber nicht nur das Gutleut- und das Bahnhofsviertel sowie seit kurzem auch das Neubaugebiet am Westhafen, sondern ebenso das südliche Westend mit der Matthäuskirche und in Zukunft auch das neue Europaviertel.

In allen Gemeindebezirken stehen große Veränderungen an: Die Kirche in der Gutleutstraße wird geschlossen, wenn die „neue“ Gutleutkirche in der Hafenstraße gebaut worden ist, der Baubeginn ist für Herbst 2008 vorgesehen. So sollen die Gemeindemitglieder im Westhafen es näher zur Gemeinde haben. „Nur schade“, sagt Herrmann, „dass auf diese Weise die Einheit zwischen Kirche und Kaffeestube nicht erhalten bleibt. Aber in der Nähe einer so schicken Wohngegend könnte es auch für die Bedürftigen schwierig werden.“ Deshalb bleibt die Kaffeestube auf jeden Fall im Gutleutviertel angesiedelt.

Zwei Drittel der 3300 Gemeindemitglieder der Hoffnungsgemeinde leben im südlichen Westend. „Über die Auseinandersetzung um die Matthäuskirche und die wichtige Arbeit für Wohnsitzlose und Arme darf nicht vergessen werden, dass bei uns auch ganz normales Gemeindeleben stattfindet“, betont Pfarrer Thomas Hessel, der in der Seniorenwohnanlange Brentanohaus seine Pfarrwohnung hat. Über den Stadtteil hinaus bekannt ist der „Brentanoclub“. Er hat sich der Bildungsarbeit für die Generation „50plus“ verschrieben und bietet einen Bibelkreis, Sprachkurse, Computerkurse und bildnerisches Gestalten an.

p(autor). Stephanie von Selchow

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Dezember 2007 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Kommentare zu diesem Artikel

  • Gerald Hintze schrieb am 15. Dezember 2007

    Zum Artikel über die Hoffnungsgemeinde.
    „Barmherzigkeit ist trotz aller Hilfe zur Selbsthilfe wichtig“, ist Hermann überzeugt.

    Bescheidene Frage: Warum wird zwischen Barmherzigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe unterschieden?

    Gerald Hintze
    Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt

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