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1. Dezember 2007

Feilen am optimalen Klangerlebnis

p(einleitung). Im Sachsenhäuser Jugend-Musik-Ensemble wird anspruchsvolle Musik gespielt

Nein, so recht ist der Dirigent nicht mit dem Klang seines Orchesters zufrieden. Die Tempi für Edvard Griegs „Norwegische Tänze“, die gerade geprobt werden, entsprechen noch nicht den Vorstellungen von Christian Münch, mit Jahrgang 1980 einer der jüngsten Orchesterdirigenten Frankfurts. Der Student der evangelischen Theologie und der Musikwissenschaft leitet seit 1998 das von ihm gegründete „Jugend-Musik-Ensemble“ mit inzwischen vierzig jungen Amateurmusikerinnen und -musikern: Schüler, Auszubildende und Studentinnen im Alter von 15 bis 32 Jahren.

!(rechts)2007/12/seite11_oben.jpg(Christian Münch und das Jugend-Musik-Ensemble bei einer Probe. Seit zehn Jahren stellen junge Amateurmusikerinnen und -musiker im Alter von 15 bis 32 Jahren ein anspruchsvolles Repertoire auf die Beine. | Foto: Joachim Schreiner)!

Man mag auf der Empore der Sachsenhäuser Dreikönigskirche, dem Probendomizil des Orchesters, kaum glauben, dass Münch sich das Dirigieren selbst beigebracht hat, wenn man sein engagiertes Auftreten verfolgt. „Zu Beginn habe ich im Orchester selbst Fagott gespielt und allenfalls das Tempo vorgegeben“, erzählt Münch. „Nachdem wir mehr als zehn waren, ging das so nicht mehr. Da stand ich dann vorne, und seitdem bin ich von dort nicht mehr weggekommen.“ Wenn ein bestimmter Takt einen Feinschliff braucht, bricht der Mann am Pult schon mal ab, studiert die Partitur neu und fordert die Holzbläser zu mehr Nachdruck auf, weist die Streicher auf kleine Klangnuancen hin. Dabei entsteht schnell der Eindruck, dass hier alle gemeinsam zielstrebig an einem Strang ziehen und am optimalen Klangerlebnis feilen.

Werke des 20. Jahrhunderts, der so genannten „klassischen Moderne“, und des Barock machen den Schwerpunkt des Repertoirs aus. Besonders liegen dem Dirigenten, der „ergänzt durch den Blick in einen Spiegel“ das Leiten eines Orchesters erlernte, Frankfurter Tondichter und auch im allgemeinen Kirchenmusikbetrieb vernachlässigte Komponisten und deren Werke am Herzen. Bisher hat man Stücke von Johann Sebastian Bach („Bach ist für mich der alles überragende Leitstern“, schwärmt Münch), Béla Bartók, Benjamin Britten, Arcangelo Corelli, Hanns Eisler, Paul Hindemith, Gustav Holst, Felix Mendelssohn Bart-holdy, Arvo Pärt, Henry Purcell, Georg Philipp Telemann und Kurt Weill erarbeitet, also ein denkbar breit gefächertes Programm auf die Beine gestellt.

Paul Hindemith (1895-1963), dem berühmten Komponisten des 20. Jahrhunderts, fühlt sich das Jugend-Musik-Ensemble nicht nur auf Grund dessen zeitweiligen Wohnsitzes im Sachsenhäuser Kuhhirtenturm besonders verbunden. Nicht allgemein bekannt sein dürfte, dass Hindemith speziell auf dem Gebiet der Laienmusik etliche Werke geschaffen hat. Und noch einem anderen, nicht so bekannten Komponisten fühlt sich der junge Musiker verpflichtet: „Im kommenden Jahr wollen wir an den hundertsten Geburtstag des Frankfurter Komponisten Kurt Hessenberg erinnern.“

Dem Publikum präsentiert sich der Klangkörper in nächster Zeit mit dem Benefizkonzert „Nordlichter“ zu Gunsten der Sachsenhäuser Wohnsitzlosenhilfe „Lazarus“ am Samstag, 1. Dezember um 17 Uhr in der Lukaskirche, Gartenstraße 67. Das Programm mit Werken von Sibelius, Grieg, Schall und Nielsen wird auch am Sonntag, 2. Dezember, um 17 Uhr in der Fechenheimer Melanchthonkirche, Pfortenstraße 4, gegeben. Auszüge daraus sind zudem in einer musikalischen Vesper am Samstag, 8. Dezember, um 17 Uhr in der Dreikönigskirche am Sachsenhäuser zu hören.

Neue Musikerinnen und Musiker sind im Jugend-Musik-Ensemble jederzeit willkommen. Kontakt zum Orchester unter Telefon 40151816.

p(autor). Joachim Schreiner

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Dezember 2007 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe .

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