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1. Dezember 2007

Neonfarbe auf der Babyflasche hilft

Selin Su klagte immer wieder über Kopf- und Gliederschmerzen. Im Kindergarten wollte die Vierjährige nicht mehr basteln und ihre Spielsachen nicht mehr aufheben. „Das waren die ersten Anzeichen für eine Sehbehinderung“, erinnert sich die Mutter, Sanem Idrisoglu. Heute, zwei Jahre später, hüpft die inzwischen Sechsjährige munter durch die elterliche Wohnung. Obwohl sie nach ärztlicher Diagnose nur noch über wenige Prozent Sehkraft verfügt, findet sich Selin Su im Alltag gut zurecht und kann im kommenden Jahr eine Regelschule besuchen. Dafür wurden ein Bildschirmlesegerät, ein besonderes Pult und auch die Hilfe eines Ambulanzlehrers beantragt.

„Es ist wichtig, so früh wie möglich zu erkennen, welche Behinderung vorliegt und wie der Seh- Rest am besten gefördert werden kann“, erläutert Sigrid Unglaub, Leiterin der pädagogischen Frühförderstelle für blinde und seh-behinderte Kinder des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt. Der Fachdienst, der auch Selin Su und ihre Eltern beraten hat, betreut seit 25 Jahren blinde, sehbehinderte und mehrfach behinderte Kinder von der Geburt bis zur Einschulung.

„Wenn Kinder häufig stolpern oder Säuglinge sich weg drehen, statt den Blickkontakt zu suchen, sollten Eltern aufmerksam werden und einen Arzt aufsuchen“, rät Unglaub. Vieles könne durch eine gezielte Förderung aufgefangen werden. Mit Selin Su zum Beispiel haben die Pädagoginnen den Sehnerv trainiert, sie haben mit der Kleinen Alltagssituationen eingeübt und vor allem auch die Eltern beraten, wie sie ihr Kind am besten fördern können.

Rund eineinhalb Stunden dauern die Treffen, die meist in der Wohnung der Familie stattfinden. „Wir geben praktische Tipps zur Einrichtung des Kinderzimmers oder schaffen Sehreize durch leuchtende und glitzernde Spielzeuge“, erläutert Unglaub. Vieles sei gar nicht schwer umzusetzen: Neonfarbene Aufkleber auf dem Milchfläschchen helfen beim Trinken, gut gekennzeichnete Treppenstufen nehmen Kindern die Angst vor dem Fallen.

Der Fachdienst berät auch bei der Kindergarten- und Schulauswahl, bei sozialrechtlichen Fragen und der Beantragung des Blindengeldes. Weitere Informationen bei der Pädagogischen Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder in der Eschersheimer Landstraße 565, Telefon 5302211 oder E-Mail an: „lichtblicke@erv-frankfurt.de“:mailto:lichtblicke@erv-frankfurt.de.

p(autor). Britta Jagusch

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Dezember 2007 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe .

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