Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke

E-Mail

E-Mail

Über jeden neuen Beitrag informieren wir Sie mit einer Nachricht per Mail.

Aktuell

1. Februar 2008

Junge Leute helfen jungen Leuten

Es gibt hundert Gründe, nicht mehr weiter zu wissen. Seit Dezember macht die Jugendkulturkirche Sankt Peter deshalb ein Seelsorgeangebot: Junge Menschen, die dafür eine solide Grundausbildung bekommen haben, beraten andere Jugendliche in Krisen- und Notsituationen. Sie hören zu, geben Tipps und Hilfe.

„Ich halte es zu Hause nicht mehr aus.“ – „Meine Freundin hat mich verlassen.“ – „Ich bleibe sitzen.“ – „In der Schule werde ich gemobbt.“ – „Ich kann nicht mehr essen.“ – „Mein Freund ist tot.“ Katharina, 25 Jahre, Studentin für Deutsch und Politik, und Chantal, 20 Jahre, Theologiestudentin, sind zwei der insgesamt vierzig ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater. „Viele Eltern sind berufstätig und deshalb oft nicht da, oder sie sind nicht die richtigen Gesprächspartner. Hier ist jemand da, hat Zeit, hört zu, interessiert sich für die Jugendlichen“, verspricht Chantal. Ganz wichtig ist, dass die Jugendlichen anonym bleiben und sich darauf verlassen können, dass hier das Seelsorgegeheimnis gilt. „Was hier geredet wird, wird nicht weitererzählt“, betont Katharina.

„Manchmal ist es ein kleiner Kummer, den die Jugendlichen haben, dann hilft schon ein Gespräch“, berichtet Chantal. Wenn konkrete Hilfe nötig ist, haben sie eine detaillierte Liste von Beratungsstellen und informieren über Hilfsangebote in den verschiedenen Stadtteilen. Wenn gewünscht, stellen sie auch den ersten Kontakt am Telefon her. „Jemanden in die richtigen Hände geben zu können, das gehört mit zur Ausbildung“, sagt Pfarrer Holger Kamlah, der als Mentor die jungen Seelsorgerinnen und Seelsorger begleitet. „Ich bin auch immer im Hintergrund, wenn es ganz schwierige Situationen gibt.“ Er denkt dabei auch an Probleme wie Missbrauch und Misshandlung oder Jugendliche, die in der Illegalität leben.

Chantal und Katharina fühlen sich durch ihre Ausbildung gut vorbereitet. Sie umfasste, über einige Monate verteilt, achtzig Stunden und beinhaltete zum Beispiel die Auseinandersetzung mit der eigenen Familie oder die Arbeit an der Selbstwahrnehmung und vermittelte außerdem Wissen über Themen wie Gewalt in Schulen, Liebeskummer, Tod und Trauer. Gerade bei Letzerem sehen die beiden Studentinnen in der Kirche eine große Kompetenz.

Die Seelsorge in Sankt Peter, Bleichstraße 33, gibt es jeden Tag von 16 bis 17 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Mehr Infos unter „www.sanktpeter.com“:http://www.sanktpeter.com oder Telefon 2972595100.

p(autor). Gunda Höppner

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Februar 2008 in der Rubrik Lebenslagen, erschienen in der Ausgabe .

Artikel teilen: E-Mail Facebook Twitter Google+

Meistgelesene Artikel

Kommentar schreiben

Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, Kommentare werden vor der Veröffentlichung freigeschaltet.