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1. März 2008

Bauhaus-Kirche umgeben von Fachwerk

p(einleitung). Architektonisches Kleinod in Niederursel benötigt dringend Renovierung

Im idyllischen Ortskern des von Fachwerk geprägten Niederursel vermutet man so ein architektonisches Juwel kaum: eine Bauhaus-Kirche. Entworfen von Martin Elsaesser, der auch im Osten der Stadt die Großmarkthalle entwarf und ein Zeitgenosse von Ernst May war. Die Kontroverse um die künftige Nutzung der Großmarkthalle als Entree der Europäischen Zentralbank hat die Bedeutung dieser Architektur wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

!(kasten)2008/03/seite08_unten.jpg(Pfarrer Michael-Max Stichling wirbt um Spenden für die Renovierung der Bauhaus-Kirche in Niederursel. Auch bei der Europäischen Zentralbank will er nachfragen, denn die Großmarkthalle stammt vom selben Architekten – Martin Elsaesser. | Foto: Rolf Oeser)!

Die von der Gemeinde Niederursel genutzte, 1928 erbaute Kirche mit ihrem charakteristischen achteckigen Zeltdach und einer Unterkirche, die allerdings heutigen Standards nicht mehr entspricht, soll nach Auskunft von Pfarrer Michael-Max Stichling möglichst bald renoviert werden. Dabei will man gemeinsam mit dem Denkmalschutz den ursprünglichen Zustand weitgehend wieder herstellen. Wände und Wandmalereien wurden nämlich dem Zeitgeist der 50er Jahre folgend später übertüncht.

Nun sucht die Gemeinde Mitstreiterinnen und Mistreiter, die sich des architektonischen Kleinods annehmen. Es ist typisch für diese Gemeinde, dass sie für dieses Projekt schon ein Netzwerk unterschiedlicher Gruppen und Institutionen knüpfen konnte. Neben zahlreichen Einzelpersonen und dem Denkmalschutz ist die May-Stiftung mit im Boot. „Und da ist noch die EZB“, sagt Stichling. Die könne sich hier für die Architektur Elsaessers stark machen. Jedenfalls will die Gemeinde mit diesem Anliegen auf die Bank zugehen.

Die Gemeinde Niederursel ist überhaupt sehr lebendig. Allein zu den Gruppen der Heliand-Pfadfinderschaft gehören 180 Jugendliche – das ist die größte Gruppe in ganz Hessen. Dazu kommen verschiedene Kinder- und Jugendkreise, ein ehrenamtlich geleiteter Kinderchor, fünf Krabbelgruppen und der Kindergarten.

Ein besonderer Akzent ist die Kulturarbeit. In Zusammenarbeit mit einer Buchhandlung und den in Niederursel stark vertretenen Anthroposophen organisiert man den intellektuellen Diskurs, etwa zu Werken des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber oder des Theologen und Yoga-Lehrers Michael von Brück. „Dialog, Begegnung und Auseinandersetzung, das ist unser Prinzip – auch mit den Ideen der Anthroposophie,“ erklärt Pfarrer Stichling.

Die Gemeinde sieht sich als Teil eines Sozialraums, der größer als Niederursel ist. Darum ist ihr auch die Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden im Norden von Frankfurt selbstverständlich. Vor Veränderungen hat man hier keine Angst, solange man sie aktiv mitgestalten kann. Tradition und Moderne gehören eben nicht nur in der Architektur zusammen.

p(autor). Kurt-Helmuth Eimuth

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. März 2008 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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