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Von – 1. März 2008

Das Hospital wird zum Hospiz

Regionalverband und Diakoniekliniken wollen kooperieren

Das Evangelische Hospital für Palliative Medizin wird ab kommendem Jahr in die Trägerschaft der Frankfurter Diakoniekliniken wechseln. Die zwanzig Betten des vor zwölf Jahren vom Evangelischen Regionalverband gegründeten Hospitals im Stadtzentrum sollen im Frühjahr 2009 ins Ginnheimer Markuskrankenhaus verlagert werden. In den frei werdenden Räumen in der Rechneigrabenstraße wird dann ein evangelisches Hospiz mit zwölf Betten eingerichtet. Bei einem Hospiz bildet die bewusste Sterbebegleitung den Schwerpunkt, während in einem Palliativhospital die medizinische Versorgung von Schmerzpatienten im Vordergrund steht.

Die familiäre Atmosphäre eines kleinen Hauses, das auf individuelle Bedürfnisse eingehen kann, ist eine der Stärken des evangelischen Hospitals für Palliativmedizin. In Zukunft wird in den Räumlichkeiten in der Rechneigrabenstraße ein Sterbehospiz eingerichtet, die Palliativbetten übernimmt das Markuskrankenhaus. Foto: Ilona Surrey

Zwar sei 2007 das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr des Hospitals gewesen, betonte Pfarrer Michael Frase vom Evangelischen Regionalverband. Da aber die meisten Krankenhäuser inzwischen eigene palliativmedizinische Stationen aufbauten, sei abzusehen, dass die Überweisungen von Patientinnen und Patienten an das Hospital zurückgehen werden. Deshalb sei auf Dauer das Verbundsystem mit einer Klinik unumgänglich.

Wirtschaftliche Notwendigkeiten seien aber nur ein Grund für den Wechsel, betonte Pfarrerin Esther Gebhardt, die Vorstandsvorsitzende des Regionalverbandes: „Frankfurt braucht ein evangelisches Hospiz. Ein Hospiz ist der wesentliche dritte Baustein in der Versorgung eines Patienten am Lebensende, neben der Palliativmedizin im Krankenhaus und den Ambulanzdiensten, mit denen wir weiter eng zusammen arbeiten werden.“

In einer Großstadt wie Frankfurt mit 60 Prozent Single-Haushalten habe dies auch eine gesellschaftspolitische Relevanz, betonte Staatsminister a.D. Armin Clauss, der Vorsitzende der Gesellschafter-Versammlung der Diakoniekliniken. Viele Menschen hätten Angst, im Alter ihren Angehörigen zur Last zu fallen.

Langfristig ist im Markuskrankenhaus nicht nur eine Palliativstation, sondern ein eigener Neubau mit mindestens zwanzig Palliativbetten geplant. „Wir müssen uns sehr anstrengen, um die gute Atmosphäre im Haus im Rechneigraben auch in einem großen Krankenhaus zu schaffen“, sagt Michael Keller, kaufmännischer Geschäftsführer der Diakoniekliniken. Die Diakoniekliniken befänden sich auf dem Gesundheitsmarkt in einer Konkurrenzsituation, die sich über Qualität entscheide, unterstrich Geschäftsführer Bernd Weber. Der Wirkungsverbund mit dem Regionalverband gewährleiste eine optimale Vernetzung des Angebots.

Die Eröffnung des evangelischen Hospizes ist für den Sommer 2009 geplant. Wie für das Hospital werden auch dafür jährlich vom Regionalverband 200000 Euro aus Kirchensteuermitteln zur Verfügung gestellt, 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten müssen auch weiterhin über den Förderverein und Spenden finanziert werden.

Artikelinformationen

Beitrag von , veröffentlicht am 1. März 2008 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Stephanie von Selchow ist Redakteurin von "Evangelisches Frankfurt".

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