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1. Mai 2008

„Alle Kinder brauchen Schule“

p(einleitung). Diallos letzte Initiative war ein Appell ans Kultusministerium

Auf die untragbare Situation, dass schätzungsweise vier- bis fünftausend Frankfurter Kinder im schulpflichtigen Alter nicht in die Schule gehen dürfen, hat Integrationsdezernent Jean Claude Diallo kurz vor seinem plötzlichen und unerwarteten Tod im März hingewiesen. Der Appell an das Hessische Kultusministerium, auch Kindern ohne Aufenthaltsrecht den Schulbesuch zu ermöglichen, war eine seiner letzten Initiativen.

!(rechts)2008/05/seite12_unten.jpg(Er war für viele ein Vorbild: Der langjährige Fachbereichsleiter des Evangelischen Regionalverbandes und Frankfurter Integrationsdezernent Jean Claude Diallo starb am 21. März im Alter von 62 Jahren an Herzversagen. | Foto: Rolf Oeser)!

Schätzungen zufolge hielten sich 40000 bis 50000 Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Frankfurt auf, schrieb Diallo in einem gemeinsam mit der Frankfurter Bürgermeisterin und Bildungsdezernentin Jutta Ebeling verfassten offenen Brief. Damit griffen sie ein Thema auf, das sich die evangelische Kirche in Frankfurt schon seit fünf Jahren zum Anliegen gemacht hat. Im Jahr 2003 hatte der Evangelische Regionalverband, bei dem Diallo als Fachbereichsleiter arbeitete, eine Studie in Auftrag gegeben, um die Lebenssituation der so genannten „Illegalen“ zu untersuchen. Neben der schlechten Gesundheitsversorgung war die Situation der Kinder, denen der Schulbesuch verweigert wird, eines der Hauptprobleme, auf das die Studie der Evangelischen Fachhochschule Ludwigshafen aufmerksam gemacht hatte.

Allerdings stellt sich die Hessische Landesregierung unter Roland Koch bislang auf den Standpunkt, dass das Recht auf Schule für diese Kinder nicht gelte. Schulleiter und Schulleiterinnen müssen die Ausländerbehörde verständigen, sobald sie bemerken, dass Kinder ohne „Aufenthaltstitel“ an ihren Schulen angemeldet werden. Damit droht den Kindern und ihren Familien die Abschiebung aus Deutschland.

Möglicherweise bietet sich angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse im Landtag jetzt eine Chance, das Thema erneut auf die politische Tagesordnung zu bringen. Nach Auskunft des Frankfurter Schuldezernats hat es aber bis Ende April noch keine Reaktion der Hessischen Landtagsfraktionen auf Diallos offenen Brief gegeben.

p(autor). Antje Schrupp

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Mai 2008 in der Rubrik Menschen, Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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