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1. Mai 2008

Forschung über Christen jüdischer Herkunft

Ein Forschungsprojekt über Mitglieder der christlichen Kirchen, die wegen ihrer jüdischen Herkunft im Nationalsozialismus verfolgt wurden, haben die beiden evangelischen Kirchen in Hessen in Auftrag gegeben. Die Zugehörigkeit zum Christentum schützte Menschen mit jüdischen Vorfahren nicht, „sie litten nach 1933 unter derselben Verfolgung wie so genannte Volljuden“, betont Jörn
Jakob Klinge. Der Marburger Pfarrer führt zusammen mit dem Frankfurter Historiker und Journalisten Hartmut Schmidt das Projekt durch.

In den Jahrzehnten vor dem Naziregime waren jüdische Menschen aus unterschiedlichen Gründen zum Christentum übergetreten. Manche konvertierten, weil ihnen an der Religion nicht viel lag und sie zur Mehrheitsgesellschaft gehören wollten. Andere traten vor der Heirat mit einem Christen oder einer Christin über. Bis zum Nationalsozialismus richtete sich der Antisemitismus überwiegend gegen Jüdinnen und Juden, die sich zu ihrer Religionszugehörigkeit bekannten und entsprechende kulturelle Traditionen pflegten. Wer konvertierte, konnte sich hingegen an die christliche Gesellschaft „assimilieren“.

Die Nationalsozialisten hingegen richteten sich in ihrem Judenhass nach „biologischen“ Kriterien. Auch christliche „Nichtarier“ gerieten daher ins Fadenkreuz der Verfolger. Die Kirchengemeinden verhielten sich ambivalent: Zahlreiche Gemeinden machten den Kurs der Nazis mit und schlossen Gemeindemitglieder mit jüdischen Vorfahren vom Gottesdienst aus. Andere versuchten hingegen, diese Menschen zu schützen. „Es ist ein Personenkreis, der zwischen allen Stühlen saß“, so Klinge. Sie gehörten weder zur jüdischen noch zur christlichen Gemeinschaft. Viele von ihnen wurden in Konzentrationslager deportiert und starben dort.

Damit ihr Schicksal nicht in Vergessenheit gerät, sind die Forscher dankbar für Hinweise von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder Auskünfte von Gemeinden, die zum Beispiel in ihren Kirchenbüchern Hinweise auf diesen Personenkreis finden. Für den Bereich Frankfurt und Rhein-Main wende man sich an Hartmut Schmidt, Telefon 553195, E-Mail „hartsch@t-online.de“:mailto:hartsch@t-online.de.

p(autor). epd / Antje Schrupp

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Mai 2008 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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