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1. Mai 2008

Gemeinde gibt es auch an der Uni

Das Licht ist schummerig, die Stimmung etwas gedämpft, dennoch unterhalten sich die jungen Leute an der Bar im Dietrich-Bonhoeffer-Haus angeregt. Jeden Donnerstagabend lädt die Evangelische Studierenden-Gemeinde (ESG) zum „Barabend“ in das Studentenwohnheim im Westend ein, und der Zivildienstleistende Leon Treder sorgt für ein kleines Programm. An diesem Abend hat er einen „Antiglobalisierungs“-Film gezeigt. Doch oft sitzen die Studentinnen und Studenten auch einfach zusammen, hören Musik und unterhalten sich.

!(rechts)2008/05/seite08_unten.jpg(Glaubensgespräche an der Theke – jeden Donnerstag während des Semesters beim „Bar­ abend“ der Evangelischen Studierenden-Gemeinde im Wohnheim „Dietrich Bonhoeffer-Haus“ im Westend. | Foto: Rolf Oeser)!

„Es geht um Freizeit und Kommunikation, und niemand, der herkommt, wird anschließend zu einem Gottesdienst gezerrt“, betont Leon, der seine Stammgäste kennt. Die 28 Jahre alte Stipendiatin Marina gehört dazu. Die Tschechin studiert in Frankfurt Theologie und hat sich bei der ESG fest verortet. Manchmal bringt sie ihre Freundin mit, die aus China kommt und keiner Konfession angehört, sich aber sehr für Glaubensfragen interessiert. Andere, wie Stefan und Angelika, wohnen im Haus und kommen immer dann, wenn sie Lust auf Geselligkeit, einen Film oder Musik haben.

35000 junge Menschen studieren an der Frankfurter Universität. „Zu uns kommen Studenten, die einfach nur Kontakt oder Hilfe suchen, aber auch junge glaubensinteressierte Menschen“, sagt Pfarrerin Ruth Habermann, die zusammen mit ihren Kollegen Eugen Eckert und Ulrich Dannemann sowie der Kulturanthropologin Friederike Lang die Arbeit der ESG verantwortet. Plakate werben für die vielfältigen Angebote: Yoga, Karate oder Spanischkurse, Percussion-Workshops, Theater, den ESG-Chor. Gut besucht war im vergangenen Semester eine Vortragsreihe zum Thema „Kapital global“, Tradition sind inzwischen die regelmäßigen Konzerte in der „Kirche am Campus“. Hochschulgottesdienste finden alle 14 Tage im Westend in der Kirche der evangelisch-reformierten Gemeinde statt.

Weitere Schwerpunkte sind die Beratung ausländischer Studentinnen und Studenten, professionelle Studienbegleitung sowie allgemeine Lebensberatung. „Viele Studenten stehen oft unter großem Druck, haben persönliche Probleme, stecken in Finanznöten oder kommen mit dem Studium nicht weiter“, sagt Pfarrerin Habermann – die Nachfrage nach individuellen Beratungsstunden sei so groß, dass sie inzwischen Wartelisten führt.

Die ESG hat zwei Standorte: Das Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Lessingstraße 2 im Westend mit Büro- und Veranstaltungsräumen sowie die „Kirche am Campus“ im Studierendenhaus in Bockenheim, Jügelstraße 1 – ein schlichter und dennoch schöner Andachtsraum mit farbigen Glasfenstern. „Martin Niemöller hat ihn Anfang der 50er Jahre eingeweiht“, erzählt Pfarrer Eugen Eckert und sieht mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Zukunft. Denn schon bald wird die ESG den Campus Bockenheim verlassen und auf den Campus Westend ziehen. Dort steht schon der Rohbau für ein neues evangelisch-katholisches Studentenwohnheim, in dem dann auch die Hochschulgemeinden ihre Räume haben.

p(autor). Anne-Rose Dostalek

p(hinweis). Infos unter „www.esg-uni-frankfurt.de“:http://www.esg-uni-frankfurt.de.

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Mai 2008 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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