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1. Mai 2008

Hirtenkapelle im urbanen Niemandsland

Man findet sie auf keinem Stadtplan, und auch die Suche auf der offiziellen Homepage der Stadt Frankfurt bleibt erfolglos. Die so genannte „Wurzelsiedlung“ bildet das äußerste westliche Ende des Gutleutviertels. Eingeklemmt zwischen einer breiten Ausfallstraße, Industrie- und Gleisanlagen leben dort in sieben Siedlungsstraßen 400 Menschen.

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Gebaut hat die Wohnungen in den 1920er Jahren die Deutsche Reichsbahn für ihre Mitarbeiter. Niedrige Mieten gibt es hier bis heute. In der Siedlung mit den engen Straßen gibt es keinen Laden, nicht einmal einen Kiosk. Aber es gibt eine Kapelle: Das zunächst für industrielle Zwecke genutzte Holzhäuschen an der Hirtenstraße wurde bereits Anfang der 1950er Jahre von der evangelischen Kirche genutzt. 1953 kam dann ein Holzturm mit Läutewerk hinzu. Die Gemeinde versammelte sich jeden Sonntag in ihrer „Hirtenkapelle“, wie sie nach der Straße genannt wurde, zum Gottesdienst. Bilder aus dieser Zeit belegen die qualvolle Enge, die dabei in dem winzigen Gottesdienstraum herrschte.

Heute sind die Zeiten anders. Gottesdienst wird in der Hirtenkapelle nur noch in den Sommermonaten gehalten, ein Mal im Monat. Auch in der Wurzelsiedlung selbst sind gesellschaftliche Veränderungen zu spüren. Trotzdem hat sich die Hoffnungsgemeinde vor zwei Jahren entschieden, den alten, marode gewordenen Holzturm durch einen neuen zu ersetzen. Aus eigenen Mitteln hat man hierfür 22000 Euro aufgebracht. Die Hirtenkapelle bleibt somit markantes Wahrzeichen im urbanen Niemandsland.

p(autor). Kurt-Helmuth Eimuth

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Mai 2008 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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Kommentare zu diesem Artikel

  • Wolfgang Zeiß schrieb am 6. Mai 2008

    Dass sich die Hirtenkapelle in keinem Stadtplan finden soll, trifft nicht zu. Richtig ist, dass sie mit dem Symbol „Ev. Kirche“, der Namensbezeichnung „Hirtenkapelle“ und der richtigen Lagemarkierung im Stadtplan für Frankfurt vom Hamburger Falk-Verlag seit Jahren aufgenommen ist.

  • Hermann-Josef Hake schrieb am 17. April 2009

    Das Viertel hinter Camberger Brücke, dort wo sich die Hirtenkapelle befindet, heißt nicht „Wurzelsiedlung“, sondern Wurzelviertel.

  • Hermann-Josef Hake schrieb am 24. März 2010

    Wenn Sie Näheres über das Gutleutviertel, der Gutleutkirche usw. wissen wollen, ein Klick auf http://www.gutleut.de.vu genügt

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