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1. Juni 2008

Die Ausstellungsmacherin

p(einleitung). Elke Gutberlet sammelt christliche Kunst aus fernen Ländern

Wenn Elke Gutberlet von den 600 Krippen erzählt, die sie zusammen mit ihrem Mann Heinrich Dippel in vielen Ländern der Welt gesammelt hat, leuchten ihre blauen Augen auf. Jedes Jahr organisiert sie im Advent eine große Krippen-Ausstellung in der Cyriakuskirche in Rödelheim, in der ihr Mann Heinrich Dippel vor seinem Tod Pfarrer war. Ebenso groß ist die Ausstellung an Ostern. Jetzt sorgt die 65-Jährige dafür, dass es in den Glasvitrinen auch zu anderen Jahreszeiten etwas zu sehen gibt: Zurzeit sind dort Fundstücke aus Äthiopien ausgestellt, einer der ältesten christlichen Kulturen der Welt.

!(rechts)2008/06/seite02_oben.jpg(Elke Gutberlet organisiert regelmäßig Ausstellungen mit christlicher Volkskunst in der Rödelheimer Cyriakuskirche. | Foto: Rolf Oeser)!

Elke Gutberlet hat sie vor einigen Jahren bei einer ihrer Reisen kennen gelernt. Sie hat Fotos gemacht von den äthiopischen Frauen, die jede Nacht aufstehen müssen, um Wasser in großen schweren Krügen von den Wasserstellen zu holen. Diese beeindruckenden „Wasserträgerinnen“ hat sie auch ihren beiden kleinen Enkeln gezeigt, die oft aus Köln zu Besuch kommen. „Da haben sie auf einmal verstanden, warum ich manchmal zu ihnen sage: Dreh den Wasserhahn zu.“

Die Sammelleidenschaft teilte Elke Gutberlet mit ihrem Mann; Konzepte für Ausstellungen zu entwickeln und sie umzusetzen, ist ihre ganz eigene Spezialität. Um diese Ausstellungen zu sehen, melden sich Kindergärten, Schulklassen, Frauen- und Seniorengruppen aus allen Stadtteilen Frankfurts an: „Viele Leute wissen gar nicht mehr, was an Weihnachten und Ostern eigentlich genau passiert“, erzählt Gutberlet. „Wenn sie dann so eine feine Seidenkrippe aus Asien sehen oder die heiligen drei Könige aus Russland, wird ihr Interesse wieder geweckt, und sie trauen sich zu fragen. Viel mehr als bei einer deutschen Krippe, die sie vielleicht meinen, kennen zu müssen.“

Elke Gutberlet weiß viel und teilt es gerne mit anderen. Vor ihrer Pensionierung arbeitete sie drei­ ßig Jahre in der katholischen Erwachsenenbildung in Frankfurt. In diesem Rahmen organisierte sie unter anderem eine große „Hexenausstellung“ sowie die Schau „Frauen gestalten Frauengestalten“ im Dominikanerkloster. Gutberlet kennt aber auch die Geschichte ihres Stadtteils und ihrer Kirche und natürlich auch die Legende vom heiligen Cyriakus, der in der Frühzeit des Christentums wegen seines Glaubens enthauptet wurde. Nicht umsonst ist sie Mitglied im Geschichtsverein von Rödelheim.

Besonders lebendig und anschaulich erzählt Gutberlet von den Ländern, die sie bereist hat: Sie war mehrmals in Afrika, in Indien und Israel. Mindestens ebenso wichtig ist aber auch die jährliche Fahrt ins Kloster Münsterschwarzach bei Würzburg. Die Benedektinermönche, die dort leben, bieten ihr jedes Mal christliche Kunst aus aller Welt an. Oft kann sie nicht widerstehen: „Es fasziniert mich, dass es immer wieder neue Ideen gibt.“

Etwas von der Gelassenheit, die sie bei ihren Reisen kennenlernte, scheint auf die gebürtige Frankfurterin abgefärbt zu haben. Ganz unaufgeregt erzählt sie, dass sie nächstes Jahr mit einer kleinen Gruppe, die von einem peruanischen Künstler geführt wird, nach Peru reisen will. Südamerika kennt sie nämlich, anders als viele seiner Krippen, noch nicht.

Die Ausstellung „2000 Jahre Christentum in Äthiopien“ wird noch bis Ende September in der Cyriakuskirche gezeigt, geöffnet ist sie immer sonntags vor und nach dem Gottesdienst um 10 Uhr, sowie nach Vereinbarung (Telefon 788643).

p(autor). Stephanie von Selchow

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Juni 2008 in der Rubrik Menschen, Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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