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1. Oktober 2008

Geflügel aus Europa schadet Ghana

p(einleitung). Kirchliche Initiativen üben Kritik an Europäischer Union

„Die Hühnerzüchter in Ghanageben auf, weil die EU-Importe billiger sind“ – über die Folgen der Exportpolitik der Europäischen Union für viele Länder in Afrika berichtete Francisco Marii vom Evangelischen Entwicklungdienst bei einer Veranstaltung im Ökumenischen Zentrum Christuskirche im Westend. Der Abend stand im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum zwanzigjährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Presbyterian Church of Ghana.

Dass Geflügelimporte so billig sind, hänge mit den veränderten europäischen Essensgewohnheiten zusammen: In deutschen Supermärkten geht Geflügelfleisch fast nur noch als Brustfilet über die Theke. Hähnchenbeine und-flügel sind also gewissermaßen „übrig“ und werden als Billigware nach Afrika verschickt. In Ghana ebenso wie in anderen Ländern habe das dazu geführt, dass ein ganzer landwirtschaftlicher Produktionszweig am Boden liegt, kritisierte Marii. Die Hühnerhaltung habe den Kleinbauern über Jahre ein wertvolles Zusatzeinkommen verschafft. Die Bevölkerung sei dadurch auch ausreichend mit Fleisch versorgt gewesen.

Drei bis vier Euro konnte ein Kleinproduzent für ein Huhn verlangen, doch jetzt wird in Ghana das EU-Geflügelfleisch zu Dumpingpreisen von 40 Cent das Kilo auf den Markt geworfen. Daher forderte der Evangelische Entwicklungsdienst wirksame Schutzmechanismen für Ghana und andere betroffene Länder, wie zum Beispiel Schutzzölle. Allerdings hätten die Weltbank und die Europäische Union die ghanaische Regierung gezwungen, entsprechende Maßnahmen zurückzunehmen. Hoffnung setzt Marii nun auf ein Klagerecht der westafrikanischen Zivilgesellschaften bei Agrar-Dumping und auf freiwillige Exportbeschränkungen der EU-Länder.

Die Frankfurter Ghanagruppe lädt noch zu verschiedenen Veranstaltungen bis Jahresende ein. Eine Wanderausstellung zu Ghana und den Partnerregionen Wa, Salaga und Damongo informiert über das Land und die Kirchenpartnerschaft. Zu sehen ist sie vom 18. Oktober bis 2. November im Evangelischen Jugendwerk, Haeberlinstraße 40 in Eschersheim, danach bis zum 9. November in der Gemeinde Nieder-Eschbach und anschließend in der Gemeinde Cantate Domino in der Nordweststadt, Ernst-Kahn-Straße 20. Dort findet auch am Sonntag, 16. November, um 14 Uhr ein Partnerschaftsgottesdienst statt.

p(autor). Anne-Rose Dostalek

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Oktober 2008 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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