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1. Dezember 2008

„Es wird Spannungen geben“

p(einleitung). Der Islam-Reformer Tariq Ramadan in der Matthäuskirche

Die Matthäuskirche war an diesem Abend gut gefüllt. Auch zahlreiche Muslime waren in den Sakralraum gekommen, um Tariq Ramadan zu hören und zu sehen. Der charismatische Redner, ein Enkel des Gründers der radikal-islamischen Muslimbuderschaft, ist in Genf aufgewachsen und gilt als prominenter, wenn auch umstrittener Vertreter eines „europäischen“ Islam.

!(rechts)2008/12/seite10_oben.jpg(Der umstrittene Reformer Tariq Ramadan warb in der Matthäuskirche für einen europäischen Islam. | Foto: Kurt-Helmuth Eimuth)!

Pfarrer Johannes Hermann von der Hoffnungsgemeinde wies zu Beginn darauf hin, dass in einem Stadtviertel wie dem rund um den Frankfurter Hauptbahnhof, wo „achtzig Prozent Muslime leben“, die Auseinandersetzung mit dem Islam besonders notwendig sei. Tariq Ramadan betonte, dass die heute in Europa lebenden Muslime nicht mehr isoliert in der Gesellschaft lebten. Sie seien vielmehr ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Und mit Blick auf Europa sagte er: „Wir brauchen Migration, aber es wird Spannungen geben zwischen den Einwohnern und den Migranten.“ Deshalb sei ein „tiefer Dialog“ notwendig, der von gegenseitigem Respekt geprägt sein sollte. „Unsere Zukunft ist eine gemeinsame Zukunft“, ist Ramadan überzeugt.

Anlass des Gesprächs war die Vorstellung einer Biographie, die Nina zu Fürstenberg soeben veröffentlicht hat. Die Autorin schilderte, dass Ramadan von verschiedenen politischen Kräften sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Während ihn westliche Geheimdienste beobachten und die USA ihm ein Einreiseverbot erteilten, hatte ihn Tony Blair als Berater in seine „Task Force“ für Terrorismus- und Integrationsfragen berufen.

Ramadan gilt als Reformer, der die Grundlagen für einen zukünftigen Islam aber gleichwohl in den traditionellen Quellen sucht. Doch dieser Weg irritiert auch. Am deutlichsten wurde das, als Ramadan lediglich für ein Moratorium bei körperlichen Strafen wie etwa der Steinigung von so genannten „Ehebrecherinnen“ eintrat.

Schade nur, dass Ramadan und die anderen Diskutanten an diesem Abend sehr unter der schlechten Kirchenakustik und mangelnden Absprachen, was die Übersetzung anging, zu leiden hatten. Denn von ihm wird man noch hören.

p(autor). Kurt-Helmuth Eimuth

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Dezember 2008 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe .

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