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1. Dezember 2008

Requiem ohne Strafgericht

p(einleitung). Gabriel Faurés Totenmesse erklang in der Dreikönigskirche

Wer an die bedrohlichen Akkord-Schläge des „Dies Irae“ aus Mozarts Requiem denkt, muss bei Gabriel Faurés (1845-1924) gattungsgleichem Opus umdenken. Es ist anders in seiner Musik strukturiert und will in seiner inhaltlichen Konzeption anders als das bekannte Werk des Salzburgers angehört werden. Fauré scheint in seinem Herzen ein Kammermusiker. Sein Requiem ist in diesem Geist konzipiert, es wurde geschrieben für einen kleinen Chor und Orgel. Einige wenige Instrumente fügen Farben hinzu: tiefe Streicher, Harfe, wenige Holzbläser, Hörner und Posaunen. Alle anderen Instrumente werden nur gelegentlich verwendet oder können, wenn man die originale Orchesterbesetzung versucht zu rekonstruieren, ganz weggelassen werden, ohne Verlust an musikalischer und klanglicher Substanz.

Fauré hat nicht den gesamten Text der Totenmesse vertont. Er verzichtete bewusst auf eben jenes „Dies Irae“, das himmlische Strafgericht und die Androhung von Höllenqualen. Faurés Bild vom Jenseits ist eine friedvolle und angenehme Vision, ein wenig französisch parfümierter Himmel, aber ein Himmel, der allen Fegefeuerschrecken verloren hat.

Die Kammerphilharmonie Bad Nauheim und der Kurt-Thomas- Kammerchor unter der zielstrebigen und ökonomischen Leitung von Andreas Köhs führten das Werk in der Dreikönigskirche mustergültig und auf hohem gestalterischen Niveau auf. Akzente setzten hier die Solisten. Gabriele Hierdeis verlieh besonders dem hauchzarten „Pie Jesu“ mit ihrem glockenklaren Sopran eindringliche Akzente. Bassist Christoph Kögel sang voluminös und sonor, ohne klangliche Affekte zu suchen. Die Feinabstimmung zwischen dem stimmlich bestens disponierten Chor und dem Kammerorchester gelang vortrefflich, was Köhs nachdrücklichem und konzentriertem Dirigat zu verdanken war.

Vorausgegangen waren in der Dreikönigskirche zwei rein vokal angelegte Werke. Zunächst Norman Howells (1892-1982) äußerst selten zu hörendes Requiem, das ausgewählte Psalmen neben überlieferte geistliche Verse stellt. Auch hier machte sich die harmonische Justierung des ausführenden Klangkörpers klangschön bemerkbar. Dynamische Austarierung der Stimmen gelang ideal. Von diesen Qualitätskriterien profitierte auch die Wiedergabe von Johann Sebastian Bachs Motette – seit dem Mittelalter eine der zentralen Gattungen in der mehrstimmigen Vokalmusik – „Komm, Jesu komm, eine innigliche Vertonung eines Textes des Leipziger Dich­ ters Paul Thymich. Es gelang dem Chor und den Solostimmen bestens, die motettentypische Reihung fugierter und intonatorischer Abschnitte herauszuarbeiten.

Ein auch in der Konzeption stimmig angelegtes Konzert also, dem man einige Besucher mehr gewünscht hätte.

p(autor). Joachim Schreiner

h3. Weihnachtslieder singen

In den Adventswochen gibt es Gelegenheit, gemeinsam Weihnachtslieder zu singen: zum Beispiel am Montag, 1. Dezember, von 16.30 bis 17 Uhr in der Lutherkirche im Nordend, Martin-Luther-Platz, oder am Dienstag, 2. Dezember, um 20 Uhr in der Riedberggemeinde, zur Kalbacher Höhe 15 (in der Grundschule). In der Alten Nikolaikirche am Römerberg findet Adventsliedersingen immer mittwochs am 3., 10. und 17. Dezember, jeweils um 17 Uhr statt. Gemeinsam gesungen wird auch am Sonntag, 7. Dezember, um 15.30 Uhr in der Katharinenkirche an der Hauptwache und am Sonntag, 21. Dezember, um 17 Uhr in der Kirche Bonames, Homburger Landstraße 624.

p(autor). Antje Schrupp

Artikelinformationen

Beitrag veröffentlicht am 1. Dezember 2008 in der Rubrik Kultur, erschienen in der Ausgabe .

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